2017: Lenzerheide Motor Classics

Am Wochenende vom 9. bis 11. Juni 2017 fand die 6. Lenzerheide Motor Classics statt. Nach den beiden letzten Austragungen durfte man für 2017 doch auf trockene Verhältnisse hoffen, vor allem der Sonntag versprach sommerliche Temperaturen und einen wolkenlosen Himmel. So war es denn auch und der Event startete am Freitagabend mit dem traditionellen Corso durch Lenzerheide mit anschliessendem Apéro im Ortszentrum. Die Autos wurden wie üblich entlang der Strasse geparkt und den interessierten Zuschauern präsentiert. Eine sehr gute Idee, so hat man die Möglichkeit, die Autos aus allernächster Nähe zu betrachten und für die Teilnehmer und uns Fotografen ist es ein super Auftakt zu dieser tollen Veranstaltung. Da vermochte auch der kurze Regenguss am späteren Abend die Stimmung in keinster Weise zu trüben.

Lenzerheide Motor Classics 2017. Andreas Demuth, Präsident des Vereins Lenzerheide Motor Classics in spezieller Mission

Lenzerheide Motor Classics 2017. Andreas Demuth, Präsident des Vereins Lenzerheide Motor Classics, in spezieller Mission

Der eigentliche Event auf der höchstgelegenen ‚Rennstrecke‘ der Welt, Lenzerheide liegt auf knapp 1’600 Metern Meereshöhe, begann dann am Samstagmorgen um 07:15 Uhr mit dem Start des ersten Feldes. Die 2,45 km lange Strecke mit Start am Ortsausgang Richtung Valbella/Heidsee führt entlang des Sees bis zur Talstation der Rothornbahn. Dort folgt eine scharfe Rechtskurve und die Strecke führt zurück nach Lenzerheide. Das Ziel liegt kurz vor dem Sportzentrum, wo die Teilnehmer in langsamer Fahrt wieder hinunter zum Start fahren. Auch wenn die Lenzerheide Motor Classics kein Rennen sondern eine Demonstrationsveranstaltung ist, kommt doch richtige Rennatmosphäre auf und die Fahrzeuge werden sehr engagiert bewegt. Besonders bei der erwähnten Rechtskurve bei der Rothornbahn kommt das bei vielen Fahrzeugen deutlich zum Ausdruck, wenn sie über die Bodenwelle fahren und dabei das vordere rechte Rad von der Strecke abhebt.

Lenzerheide Motor Classics 2017. Eine Bodenwelle bei der Talstation der Rothornbahn lässt bei vielen Fahrzeugen das rechte Vorderrad von der Strasse abheben

Lenzerheide Motor Classics 2017. Eine Bodenwelle bei der Talstation der Rothornbahn lässt bei vielen Fahrzeugen das rechte Vorderrad von der Strasse abheben

Die Autos waren eingeteilt in 7 Felder, das Feld 4 war für die Motorradfahrer bestimmt. Dazwischen wurde das Programm aufgelockert mit einer Dorfgruppe, also Fahrzeugen aus der näheren Umgebung der Lenzerheide, sowie am Samstag mit einer Gruppe von Toyota GT 86 und Subaru BRZ. Am Sonntag nutzte dann der JDCS, der Jaguar Drivers‘ Club Switzerland den Event, um ihre noblen Fahrzeuge zu präsentieren. Aber nicht nur auf der Strasse fand die Lenzerheide Motor Classics statt, auch in der Luft gab es Spektakel. 2 Pilatus PC-7 zeigten ihre Flugkünste, zusammen mit einer North American T-6 von 1945, die mit ihrem kernigen Motorensound für Gänsehaut sorgte. Angekündigt war ursprünglich eine Piaggio P149D, aber wir finden, die über 70 Jahre alte T-6 war die bessere Alternative.

Lenzerheide Motor Classics 2017: Oben die North American T-6, unten die beiden Pilatus PC-7 am Himmel über der Lenzerheide

Lenzerheide Motor Classics 2017: Oben die North American T-6, unten die beiden Pilatus PC-7 am Himmel über der Lenzerheide

Als einen der Höhepunkte der Lenzerheide Motor Classics kann sicher das Feld 8 bezeichnet werden. Fredy Lienhard brachte ein gutes Dutzend hochkarätige Fahrzeuge aus seiner wuderschönen Sammlung ‚autobau‘ aus Romanshorn auf die Lenzerheide. Ein enormer Aufwand, denn die allesamt reinrassigen Rennfahrzeuge mit Geschichte sind nicht zugelassen für die Strasse und müssen per LKW transportiert werden. Viele dieser Fahrzeuge wurden von ehemaligen Rennfahrern pilotiert. Fredy Lienhard liegt auch sehr viel am Nachwuchs, an den er seine Leidenschaft für den Motorsport gerne weitergeben möchte. Dream-Cars Fotografin Ela Lehmann hatte ihren Enkel Simon zu Besuch und da passte Nachwuchs und Motorsport natürlich hervorragend zusammen. Simon durfte dann auch im Sauber C3 von 1973 Platz nehmen, zur Freude von Eugen Strähl, der mit diesem Wagen früher Rennen bestritt.

Lenzerheide Motor Classics 2017: Der kleine Simon im Sauber C3 von 1973. Auch Eugen Strähl scheint sich sichtlich zu freuen

Lenzerheide Motor Classics 2017: Der kleine Simon im Sauber C3 von 1973. Auch Eugen Strähl scheint sich sichtlich zu freuen

Am Start war mit diesem Fahrzeug dann aber wie schon früher Daniel Mauerhofer, der aber bereits am Samstag wegen eines technischen Defekts aufgeben musste. Glücklicherweise konnte er aber dann auf dem March-BMW 76 S von 1976 die weiteren Läufe bestreiten. Dass die Technik ab und zu streikt kommt bei historischen Fahrzeugen schon mal vor, trotz sehr guter Wartung und Pflege. Die potenten Rennwagen sind ausgelegt für den Rennbetrieb, Langlebigkeit ist da weniger ein Thema, im modernen Rennsport schon gar nicht. Schwere Unfälle gab es auch nicht, ein paar Rempler müssen immer in Kauf genommen werden, das lässt sich aber immer wieder richten, wenn teilweise auch mit grösserem Aufwand. Solange keine Menschen zu Schaden kommen, ist das aber alles kein Problem. Das zeigt das Beispiel von Roger Moser, der an der letztjährigen Arosa ClassicCar den Martini MK 28 BMW Formel 2 erheblich beschädigte und an der Lenzerheide Motor Classics bereits wieder teilnahm.

Lenzerheide Motor Classics 2017: Roger Moser aus Arosa mit dem Martini MK 28 BMW Formel 2 von 1983

Lenzerheide Motor Classics 2017: Roger Moser aus Arosa mit dem Martini MK 28 BMW Formel 2 von 1983. An der Arosa ClassicCar 2016 wurde der Wagen beschädigt, ist jetzt aber wieder einsatzbereit

Als Zuschauer hatte man die Möglichkeit, für günstige 100 Franken einige Runden als Beifahrer in einem Renntaxi mitzuerleben. Diverse Fahrzeuge standen dafür bereit, alle gefahren von erfahrenen Piloten. Denn wie immer, Sicherheit geht vor. Trotzdem bummelten die Taxifahrer aber nicht, nein, man sah öfters, wie die Beifahrer durchgeschüttelt wurden, vor allem im offenen KTM X-Bow, der fast wie ein überdimensionierter Go Kart wirkt. Sicher ein tolles Erlebnis, an das man sich lange erinnern wird.

Lenzerheide Motor Classics 2017: Ein KTM X-Bow als Renntaxi an der Lenzerheide Motor Classics

Lenzerheide Motor Classics 2017: Ein KTM X-Bow als Renntaxi an der Lenzerheide Motor Classics

Es waren 3 fantastische Tage auf der Lenzerheide und auch der Veranstalter zeigt sich sehr zufrieden und verzeichnet einen Zuschauerrekord. Ein wirklich hervorragender Anlass, die Lenzerheide Motor Classics, die auch mit einer grossen Vielfalt an Fahrzeugen begeistert. Das älteste Fahrzeug war der mächtige American La France von Ruedi Schawalder, genau 100 Jahre alt ist er, natürlich der La France und nicht Ruedi. Wir gesellten uns schon am Freitagnachmittag zu den Teilnehmern, denn auch die Leute machen einen Event wie diesen aus, sie sind es, welche die Fahrzeuge auf die  Lenzerheide bringen und damit fahren. Und wenn alles vorbei ist gibt es viele Geschichten zu erzählen, wie die der verlorengegangenen Heckscheibe am Opel Manta A von Roland Brogli. Dafür konnten dann die Bierflaschen bequem abgestellt werden.

Opel Manta A Roland Brogli

Lenzerheide Motor Classics 2017: Dank der davongeflogenen Heckscheibe bietet das Heck des Opel Manta A nun Platz für das Abstellen des wohlverdienten Feierabendbiers

Und einen ganz wichtigen Mann dürfen wir nicht vergessen, den Speaker Detlef Krehl, der mit seinem enormen Wissen das Publikum während der Lenzerheide Motor Classics unterhielt. Wir kennen Detlef seit vielen Jahren und schätzen ihn sehr. Wir hoffen natürlich, dass er noch viele Jahre Events wie diesen oder auch die Arosa ClassicCar moderiert. Danke Detlef.

Lenzerheide Motor Classics Detlef Krehl

Lenzerheide Motor Classics 2017: Speaker Detlef Krehl in seinem ‚Kommandostand‘ bei der Talstation der Rothornbahn

Für uns zählen eben auch die Menschen, wundern Sie sich also nicht, wenn wir nicht nur Autobilder in unserer Galerie zeigen, sondern eben auch Gesichter, wie dieses von Bruno Gentilesca, deutlich gezeichnet von den ‚Strapazen‘ der vergangenen Tage. Es bleibt die Freude auf die Lenzerheide Motor Classics 2018, die vom 8. bis 10. Juni stattfinden wird. Wer diesen Event also selber erleben will, soll sich dieses Datum schon jetzt merken. Der Eintritt ist übrigens frei.

Lenzerheide Motor Classics Bruno Gentilesca

Lenzerheide Motor Classics 2017: Bruno Gentilesca sieht eher aus wie ein Kaminfeger statt Rennfahrer

Alle weiteren Informationen findet man auf der Website des Veranstalters

Hier unsere Galerien. Viele weitere Bilder gibt es in unserem Bildershop
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Galerie – Achtung 2 Seiten

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