40 Jahre Porsche 928

Nicht nur Menschen, auch Automobile feiern Geburtstag. Natürlich feiert man den nicht wie bei uns Menschen jedes Jahr, aber ein ‚Runder‘ darf schon mal Grund für Feierlichkeiten sein. 40 Jahre alt sind dieses Jahr u.a. die 7-er BMW oder der Audi 100 Avant. Autos, die heute noch gebaut werden, bei Audi als A6 und die 7-er BMW gibt es noch immer. Der Jubilar um den es hier geht, wird seit 22 Jahren nicht mehr gebaut, es ist der Porsche 928.

Porsche 928

40 Jahre Porsche 928 am OSMT Zug, September 2017

2017 feiert der Porsche 928 seinen 40. Geburtstag. Bei seiner Markteinführung gab es heftige Diskussionen. Von den einen gehasst, von den anderen geliebt, bis heute, auch wenn die Liebhaber mittlerweile deutlich in der Überzahl sind. Porsche-Fahrer waren an einen luftgekühlten Heckmotor gewöhnt und dann kam 1977 der so ganz andere Porsche. Schon ein Jahr zuvor gab es den ersten Porsche mit Frontmotor auf dem Markt, den 924, auch liebevoll ‚Hausfrauenporsche‘ genannt. Gedacht war der 924 eigentlich als Nachfolger des 914, auch als VW-Porsche bezeichnet. Neu war eben das gesamte Antriebskonzept: Wassergekühlter Frontmotor mit 4 Zylindern und 2 Litern Hubraum und das Getriebe an der Hinterachse, also in Transaxle-Bauweise angeordnet. Vergleicht man den 914er aber mit dem 924er stellt man fest, dass vielleicht die Klappscheinwerfer ein gemeinsames Merkmal sind, aber sonst ist der Porsche 924 ein eigenständiges Modell, das als Einstieg in die Welt von Porsche gedacht und konzipiert wurde. Vom stets etwas belächelten 924er mit dem Karosseriedesign von Harm Lagaay gab es ab 1981 auch eine in nur 406 Exemplaren (davon 6 Prototypen) gebaute sportliche Version 924 Carrera GT, sowie davon abgeleitete reine Rennwagen. Heute gesuchte und begehrte Raritäten. Nachfolger vom 924 war dann der 944.

Zurück zum 928, der nochmals ein ganz anderes Auto als der 924 ist. Bei Porsche machte man sich anfangs der Siebzigerjahre Gedanken über einen möglichen Nachfolger des seit 1963 gebauten Modells 911. Und ein möglicher Nachfolger sollte eben ganz anders werden. Grösser, komfortabler, luxuriöser und exklusiv. Alle diese Ideen wurden umgesetzt und so entstand der 928 als eigenständiger neuer Porsche. Das eigentliche Ziel aber wurde verfehlt, mit dem neuen 928er den 911er zu ersetzen – im Gegenteil. Ein Aufschrei ging damals durch die Autowelt. Altherrenporsche, nur für Weicheier und Warmduscher, hat nichts mit einem Sportwagen zu tun. In der Tat war ein Sportwagen damals, nicht nur von Porsche, in der Regel hart und kompromisslos. Er musste nicht alltagstauglich sein, etwas für Männer eben. Und dann der 928, mit elektrischen Fensterhebern, AUTOMATIKGETRIEBE!! von Mercedes-Benz, Klimaanlage, Servolenkung usw. Heute natürlich auch für einen hochpotenten Sportwagen alles selbstverständlich, aber eben Mitte der Siebzigerjahre konnte man die Fans von echten Sportwagen mit einem 928 höchstens verärgern statt begeistern. 

Porsche 928 Stefan Fritschi

40 Jahre Porsche 928 am OSMT Zug, September 2017. Stefan Fritschi mit seinem blauen Porsche 928, der als Vorlage für das Modell diente

Dass der Porsche 911 eigentlich gar nicht ersetzt werden kann beweist die Tatsache, dass er noch heute, 40 Jahre nach Martkeinführung des 928, noch immer gebaut wird. Halt auch wassergekühlt und mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet, aber noch immer mit 6 Zylindern im gross gewordenen Heck. Den vielfach erwähnten Spruch ‚in fast unveränderter Form‘ teilen wir nicht. Vergleicht man einen Porsche 911 aus den ersten Produktionsjahren mit einem aktuellen Modell, sind doch deutliche Unterschiede da.  Der 928 scheiterte als Nachfolger des Porsche 911, wurde aber trotzdem ein Erfolg und fand seine Fans, denn sonst wäre er nicht 18 Jahre lang gebaut worden, nämlich bis 1995 als Modell 928 GTS. Ab und zu hört man, der seit 2009 gebaute Panamera sei quasi der Nachfolger des 928. Da kann man geteilter Meinung sein. Zwischen dem letzten 928 und ersten Panamera liegen immerhin 14 Jahre und der Panamera ist ein eigenes Auto, eine sportliche Reiselimousine. Heute streben viele Hersteller, auch eigentliche Sportwagenhersteller wie Porsche, nach einer kompletten Modellpalette und so entstehen dann Modelle wie der Cayenne, Macan, Cayman, Boxster oder eben der Panamera. Die Entwicklung und Evolution findet eben nicht nur in den technischen Erzeugnissen wie Autos statt, sondern auch in den Köpfen der Entwickler und Konsumenten. Man fragt zu zuweilen nur, ob die Entwickler den Kundenbedürfnissen nachkommen oder ob eher Bedürfnisse geschaffen werden, denn der finanzielle und wirtschaftliche Aspekt steht heute oftmals an erster Stelle bei einem Projekt. Aber wir sind der Meinung, dass der Porsche 928 auf jeden Fall eine Bereicherung für die Autowelt ist, damals wie heute.

Porsche 928 Strosek Adrian Hagmann

40 Jahre Porsche 928 am OSMT Zug, September 2017

Wir möchten hier auf eine detaillierte Beschreibung des ‚Geburtstagskindes‘ verzichten, denn es gibt eigentlich nichts über den 928 zu berichten, das nicht schon in hunderten von Artikeln und Büchern zigfach geschrieben und beschrieben wurde. Adrian Hagmann, Präsident der 928-Freunde Schweiz, hat aber einen Bericht verfasst, der doch der eine oder andere Aspekt beinhaltet, der für einige Leser neu sein fürfte. Der runde Geburtstag wurde in der Schweiz anlässlich des letzten OSMT – Oldtimer Sunday Morning Treffen 2017 auf dem Stierenmarkt Areal in Zug vom 10. September gebührend gefeiert. Leider war der Morgen sehr nass, aber nachmittags klarte es auf und man wurde mit Sonnenstrahlen verwöhnt. 32 Porsche 928 kamen nach Zug, darunter ein Cabriolet und ein überdimensionierter VW Golf. Verschiedene Firmen boten Umbauten an, die bekanntesten sind Strosek und Gemballa. Dann stand mitten unter den Porsche 928 eben der schwarze VW Golf Serie 1 aber man sah sofort, dass da mit den Proportionen etwas nicht stimmte. Der Golf war ja ein kleines Auto, aber dieser war grösser, vor allem viel breiter. Ein Blick unter die Motorhaube löste dann das Rätsel auf, angetrieben wird das Fahrzeug von einem 928er-Motor der ersten Serie, also mit 4,5 Litern Hubraum. Der Beschrieb klärte dann vollständig auf, es ist eigentlich ein 928er, mit Anbauteilen vom Golf. Deshalb die Grösse des Artz-Golf. 2 Stück wurden gebaut.

Artz Golf Porsche 928

Der Motorraum des Artz-Golf mit dem Motor des Porsche 928.

Organisiert wurde das Porsche 928-Treffen vom Verein 928-Freunde Schweiz unter der Leitung von Adrian Hagmann. Wer sich für den Porsche 928 interessiert oder gar einen besitzt, hat in Adrian einen wirklichen Spezialisten. Hier nochmals der Link auf seinen Artikel über den Porsche 928 Seine Koordinaten geben wir auf Anfrage gerne bekannt.

Hier unsere Galerie des Events

3 Gedanken zu „40 Jahre Porsche 928

  1. Pingback: 40 Jahre Porsche 928 | http://www.dreamcar.ch

  2. Liebes Dream-Car-Team
    Seit Jahren überzeugen Eure Bilder von Oldtimer-Veranstaltungen mit hoher Fachkenntnis und fotografischem Geschick. Ein grosses Kompliment an Euch.
    Die Fotoreportage, sowie der Bericht über das 40 Jahr-Jubiläum des Porsche 928 am 10. September 2017 anlässlich des OSMT, Zug sind super gelungen und haben mich sehr gefreut. Es war ein historischer Tag für den jungen Club „928-Freunde Schweiz“, an den man sich noch in 5 und 10 Jahren erinnern wird.
    Für die Oldtimer-Szene und im Besonderen für kleinere Clubs bietet Ihr eine willkommene Plattform viele Automobil-Interessierte zu erreichen. Herzlichen Dank an Euch für Euer grosses Engagement.

    • Hallo Adrian

      Vielen Dank für Deine Nachricht. Es freut uns natürlich immer wieder, wenn unsere Bilder und Berichte gefallen. Weiterhin viel Spass auf unserer Website und bis zum nächsten Mal.

      Freundliche Grüsse

      Fredi Vollenweider + Team Dream-Cars

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