Zum 15. Mal vergab der Club Scuderia Ferrari Club Abbiategrasso den ‚Premio Cavallino‘. Durchgeführt wurde diese Preisverleihung im Convento dell’Annunciata in Abbiategrasso, ca. 20km südwestlich von Mailand gelegen. Die Geschichte des Klostergebäudes geht bis ins Jahr 1469 zurück. Rund 170 Personen, die meisten Clubmitglieder, nahmen am Abendessen und der Preisverleihung teil. Durch den Abend führte der Moderator Piero Savazzi in Begleitung von Umberto Zapelloni. Letztes Jahr durfte der ehemalige polnische Formel 1-Fahrer Robert Kubica den Preis entgegennehmen, dieses Jahr ging die Auszeichnung an den Ingenieur Aldo Costa. Der am 5. Juni 1961 in Parma geborene Costa machte 1986 seine Abschlussarbeit zum Thema „Radaufhängungen eines Formel-1-Autos“. Die dafür notwendigen Studien erlaubte ihm bereits damals die Scuderia Ferrari. Seine ersten praktischen Erfahrungen mit CAD/CAM-Programmen und der Berechnung von aerodynamischen Daten sammelte er bei Fiat-Abarth, wo er insgesamt 18 Monate beschäftigt war. Ab 1988 arbeitete er für Minardi, wo er mit 27 Jahren der wohl jüngste Chefdesigner der Branche wurde. Aldo Costa war viele Jahre lang Chefdesigner des Minardi-Teams, wo er für seine originellen und auch effizienten Detaillösungen an den Frontflügeln bekannt wurde. Mitte der 1990er-Jahre musste er vorübergehend ins zweite Glied zurücktreten, als der Österreicher Gustav Brunner zum Chefdesigner mit umfassenden Vollmachten ausgestattet wurde, da er indirekt auch die Taktik des Teams mitbestimmte.

Preisverleihung ‚Premio Cavallino 2025‘ des Scuderia Ferrari Clubs Abbiategrasso an Ing. Aldo Costa, Samstag 15. November 2025. Also Costa, links, mit dem bekannten italienischen Journalisten Paolo Ciccarone.
Aldo Costa kam 1997 zu Ferrari, bevor er 1998 Assistent des Chefdesigners Rory Byrne wurde. Als Byrne 2004 bekannt gab, dass er sich aus dem Motorsport zurückziehen wolle, wurde Costa sein Nachfolger. Byrne überließ das Design des F2005 aus dem Jahr 2005 Aldo Costa, half während der Saison aber dennoch am Design mit, nachdem sich herausstellte, dass Ferrari aufgrund des verwendeten Reifenfabrikats (Bridgestone) nicht siegfähig war. Auch das Nachfolgemodell im Jahr 2006 wurde von Rory Byrne wieder mit entworfen. Mit der Beschränkung Byrnes auf seine Tätigkeit als Berater am 19. September 2006 wurde Costa alleiniger Chefdesigner bei Ferrari. Am 1. Januar 2008 wurde er zum Technischen Direktor des Teams befördert, sein Nachfolger als Chefdesigner wurde der Grieche Nikolas Tombazis. Nach einem schlechten Saisonbeginn 2011 wurde Costa im Mai bei Ferrari entlassen. Im Oktober wurde dann bekannt, dass er ab Dezember 2011 für Mercedes GP arbeitet, wo er den Posten des Chefingenieurs besetzte. Nach acht Jahren bei Mercedes verließ Costa vor der Saison 2020 die Formel 1. In den acht Jahren bei Mercedes konnte Costa mit seinem Team sechs Konstrukteursmeisterschaften für sich entscheiden, wobei fünf Mal Lewis Hamilton und einmal Nico Rosberg den Fahrertitel für sich entschieden. Seit 2020 ist Aldo Costa für den Chassis-Hersteller Dallara als Technikchef tätig. Insgesamt konnte Aldo Costa 14 Konstrukteurstitel und 12 Fahrertitel mit Mercedes und Ferrari feiern.

Preisverleihung ‚Premio Cavallino 2025‘ des Scuderia Ferrari Clubs Abbiategrasso an Ing. Aldo Costa, Samstag 15. November 2025. Costa freut sich über den Preis.
Der Club Scuderia Ferrari Club Abbiategrasso ist die Sektion Lombardei/Milano, Präsident ist Paolo Pavesi, im Bild mit Preisgewinner Also Costa. Der Club ist kein Markenclub sondern ein Fanclub der Marke Ferrari. Man spürt unter den Clubmitgliedern das Feuer für Ferrari und den Motorsport. Auch wer selber keinen Ferrari hat, ist trotzdem herzlich willkommen. Arroganz und Geltungssucht wie in vielen Clubs von Sportwagenmarken, ist fehl am Platz. Natürlich ist das Hauptthema der Motorsport, dort vor allem die Formel 1. Dort läuft es diese Saison nicht wunschgemäss, dafür hat Ferrari hat beim Finale der WEC-Saison 2025 in Bahrain Geschichte geschrieben, James Calado, Alessandro Pier Guidi und Antonio Giovinazzi wurden mit dem Ferrari 499P überlegen Weltmeister. Das tröstet sicher in wenig über die wenig erfolgreiche Saison 2025 in der Formel 1 hinweg.
Ela Lehmann, Fredi Vollenweider, 18. November 2025