ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival

Der Hockenheimring in Baden-Württemberg war am Wochenende vom 08. bis 10. Mai wieder Schauplatz von packendem historischem Motorsport, die ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, fand zum 21. Mal statt. Rund 46’000 Besucher wohnten dem Spektakel auf der 4,574km langen Rennstrecke in Baden-Württemberg bei. Wieder ein toller Erfolg für den Veranstalter, dem sicher das perfekte Wetter auch in die Karten spielte. 2011 besuchte ich den Event erstmals und war begeistert, was sich bis heute nicht geändert hat. Geändert hat sich auch am Event eigentlich nicht viel, dennoch sind die Veränderungen deutlich spürbar. Die Autos sind jünger geworden, Vorkriegsrennwagen vom Schlage eines Alfa Romeo P3 oder ERA sieht man seit einigen Jahren nicht mehr. Die ältesten Fahrzeuge sind die Rennwagen der Formel Junior, die in der Lurani Trophy starten, die 1957 vom italienischen Rennfahrer und Journalisten Giovanni Lurani in Italien als Rennserie für Nachwuchspiloten ins Leben gerufen wurde. Die kleinen Rennwagen stammen aus der Zeit Ende der 50er-/anfangs der 60er-Jahre. Etwas jünger waren die Vertreter der Formel Vau, die mit 52 Fahrzeugen ein imposantes Starterfeld stellte. In allen anderen Rennfeldern waren die Fahrzeuge aus den Siebzigerjahren oder noch viel jünger, wie im Class One Revival, wo die jüngsten Rennwagen aus dem Jahr 2014 stammten. Da bekommt das Wort ‚Historic‘ im Eventtitel eine doch etwas seltsam anmutende Bedeutung. Ein Fotografenkollege meinte scherzhaft, dass damit wohl wir älteren Fotografen gemeint seien 😉 Egal, die vielen Zuschauer haben einmal mehr bewiesen, dass der Veranstalter auf dem richtigen Weg ist, denn das Fortbestehen einer solchen Veranstaltung ist nur dann gesichert, wenn die Finanzen stimmen. Auch wenn viele Tickets online bestellt und bezahlt werden, kommen doch viele Zuschauer spontan und kaufen sich an der Kasse ein Tagesticket, was zu teilweise langen Schlangen führte. Bei Regen wäre das sicher ganz anders gewesen.

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Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival 2026. Viel Geduld war angesagt, wenn man spontan an der Tageskasse ein Ticket kaufte.

Wer endlich sein Ticket hatte und sich auf dem Gelände bewegen konnte, bekam wirklich sehr viel geboten. Auf dem Boxengebäude gab es verschiedene Ausstellungen, u.a. mit Fahrzeugen der Marke Opel mit dem spektakulären RAK, einem Raketengetriebenen Versuchsfahrzeug. Das Gelände im Bereich der Osttribüne war reserviert für die Clubs, die ebenfalls mit zahlreichen Fahrzeugen anreisten. Im Kongress-Pavillon im Fahrerlager konnten Fans der Marke Lotus die von Jürg Mallepell und seiner Frau Marie-Theres organisierte Ausstellung zur Marke und dem ehemaligen Fahrer Jim Clark besuchen. Der britische Fahrer kam bei einem für ihn bedeutungslosen Formel 2-Rennen am 7. April 1968 im Alter von 32 Jahren ums Leben. Natürlich kann man auch die Gedenkstätte besuchen. Natürlich gibt es auch auf dem gesamten Gelände Food-Stände und jede Menge Accessoires für den Fan. Wer gerne einen Überblick hatte, konnte sich auf einer der grossen Tribünen einrichten, andere bevorzugten eher das Fahrerlager und die Boxen, denn da kam man wirklich ganz nahe an die Fahrzeuge und die Piloten. Ein Highlight war der erstmals durchgeführte ‚Grid Walk‘. In der BOSS GP konnten für 20 Euro ein zusätzliches Ticket gekauft werden, mit dem man Zutritt zur Startaufstellung bekam. So kam für Viele echte Formel 1-Stimmung auf, denn so wie an der ADAC Hockenheim Historic kann man als Zuschauer in der Regel den Rennsport nicht erleben. Das Gedränge auf der Start- und Zielgeraden war jedenfalls gross und jeder versuchte, sein persönliches Erinnerungsbild zu schiessen.

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ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, 08. bis 10. Mai 2026, Hockenheimring. Ob das Erinnerungsbild für den Vater oder den Knirps gedacht ist, wissen wir leider nicht.

Kommen wir zum Renngeschehen auf der Strecke. Gefahren wurden Rennen in insgesamt 12 Rennserien. Über die untenstehenden Links erfährt man mehr über diese Serien.

Welches nun die spannendste ist? Das muss jeder für sich entscheiden. Es ist jedenfalls interessant zu beobachten, wie sich bei den verschiedenen Rennserien die Tribünen, vor allem die in der Sachs-Kurve, füllt oder leert. Bei den Tourenwagen Golden Ära war die Tribüne am besten besucht, das konnten wir schon in den Vorjahren beobachten. Vielleicht spielt auch die Startzeit noch eine Rolle, im Laufe des Nachmittags nimmt an jeder Veranstaltung die Besucherzahl ab, viele reisen schon wieder ab oder haben anderweitige Verpflichtungen und Termine. Wenn eine Serie erst am Abend startet, sind viele schon auf dem Heimweg. Imposant ist sicher die BOSS GP mit Fahrzeugen aus den letzten 25 Jahren, etliche davon starteten einst in der Formel 1 oder Formel 3000. BOSS steht für Big Open Single Seater und gefahren wird in dieser Serie auf insgesamt 6 Strecken. Den Auftakt bildete die ADAC Hockenheim Historic, danach folgen Rennen auf dem Nürburgring, in Magny-Cours, Assen, auf dem Red Bull-Ring und das Abschlussrennen findet im Rahmen des Gran Premio Storico d’Italia vom 02. bis 04. Oktober in Mugello statt. Die Rennwagen der BOSS GP beeindrucken auch durch die Geräuschkulisse, das Schreien der hochdrehenden Motoren geht durch Mark und Bein. Nicht wirklich historisch, aber den Leuten gefällt’s. Wer ältere Fahrzeuge sehen will hat dazu die Möglichkeit in Goodwood, Monaco oder am Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring. Uns hat die Serie DRM-Revival sehr gut gefallen. Die Deutsche Rennsport-Meisterschaft, oder eben kurz DRM, war von 1972 bis 1985 die wichtigste Automobil-Rennserie Deutschlands, die später von der DTM abgelöst wurde. Hier gibt es noch hochpotente Rennwagen zu sehen, von Turbomotoren befeuert, im wahrsten Sinne des Wortes. Die breiten Porsche 911 RSR und 935, die BMW M1 Procar und natürlich einer der Stars der Serie, Peter Mücke mit dem Ford Capri Turbo aus dem Jahr 1980. Der Rennwagen hat eine Leistung von rund 700 PS.

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ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, 08. bis 10. Mai 2026, Hockenheimring. Das Feld der Serie DRM-Revival auf der Einführungsrunde.

Wie immer an Motorsportveranstaltungen, so auch an der ADAC Hockenheim Historic, sind viele bekannte Fahrer von einst und heute anwesend. Altfrid Heger, Roland Asch, Marco Werner, Kris Nissen, ex Formel 1-Fahrer Christian Klien und andere. Einer aber fehlte leider, die Porsche 917-Legende Kurt Ahrens, familiäre Gründe machten den Besuch leider unmöglich. Erwähnen möchten wir noch die Gebhardt Intralogistics Group, ein deutscher Hersteller und Entwickler von Intralogistikanlagen mit Hauptsitz in Sinsheim. Die Gebrüder Fritz und Günther Gebhardt sind aber auch seit Jahrzehnten im Motorsport tätig und bringen jeweils zahlreiche Fahrzeuge an den Start. Eines der schönsten Fahrzeuge ist der von Marco Werner gefahrene rote Porsche 962 mit der charakteristischen Sponsoren-Beschriftung momo. Im grossen Zelt von Gebhardt Motorsport im Fahrerlager gab es auch immer einen feinen Espresso – danke Fritz 🙂 Gebhardt setzte auch einen Duqueine von West Coast Racing AB ein, der abwechslungsweise von Michael Herich und Jeremy Siffert, dem Enkel vom unvergessenen Jo Siffert, gefahren wurde. Hat jetzt auch nichts mit historisch zu tun, war aber dennoch als Vergleich ganz interessant. Und wer diese Fahrzeuge nicht mag, kann ein Bier trinken gehen während sie fahren.

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ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, 08. bis 10. Mai 2026, Hockenheimring. Der Duqueine, hier gefahren von Michael Herich

Natürlich sind auf dem Hockenheimring auch immer viele Schweizer anzutreffen, unter den Zuschauern, aber auch Fahrern. Am bekanntesten dürfte das Team von Markus Hotz sein, das mit einem Ligier JS 53-Evo 2 startete. Ein eindrückliches Fahrzeug brachte Rolf Kuster an den Start, seinen Astur CanAm aus dem Jahr 1965. Auch Daniel Schilling nimmt mit seinem Reynard FF82 seit vielen Jahren an Events teil. Und wer kennt Luciano Arnold mit seinem grünen Brabham BT36 nicht? Das Auto gehörte einst Silvio Moser, einem Grossonkel von Luciano. Ebenfalls im ADAC Graf Berghe von Trips Pokal fuhr Marcel Bernet mit einem Reynard F893 aus dem Jahr 1987. In der Rennserie Raceclub Germany war auch Walter Tanner aus Heerbrugg mit seinem Dallara 394 am Start. Walter Lais startete mit der Nummer 222 in der Serie Raceclub Germany mit einem Ford Transit Formel 1 – das ist auch für uns neu, das wussten wir bisher nicht 😉 😉 

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Natürlich fuhr Walter Lais nicht mit einem Ford Transit, sondern mit einem RIAL ARC1

Wir besuchten am Sonntagvormittag noch den Brazzeltag im Technikmuseum Speyer, das liegt nur wenige Kilometer neben Hockenheim. Auch darüber haben wir einen Bericht verfasst. Wer schon ein Ticket von Hockenheim hatte, bekam für den Brazzeltag einen vergünstigten Eintritt. Eine gute Idee. Das Wochenende war einmal mehr viel zu schnell vorbei, aber es hat sich wieder gelohnt. Wer mehr über die ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, wissen möchte, findet auf der Webseite des Veranstalters alle Informationen. Das Datum für nächstes Jahr steht auch schon fest, die 22. ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, findet vom 07. bis 09. Mai 2027 statt – wir sehen uns.

Fredi Vollenweider, Ela Lehmann, 14. Mai 2026

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ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival, 08. bis 10. Mai 2026, Hockenheimring

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Ein Kommentar zu „ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival

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