Der erste Event dieses Jahres war wieder der kleine aber feine Event ‚Auf Schnee und Eis‘, welcher in der Zentralschweiz stattfand. Ein Event im eigentlichen Sinn ist der Anlass nicht, es ist mehr ein Zusammentreffen von Gleichgesinnten. Vor genau 10 Jahren waren wir erstmals dabei, 2026 fand ‚Auf Schnee und Eis‘ zum 15. Mal statt. Aber so genau weiss das heute niemand mehr, denn es gab zuvor schon ähnliche richtige Events, wie das ‚Krumm und Quer‘ in Linthal, welches 2005 und 2006 stattfand. Schon damals standen wir mit unseren Kameras an der Strecke. 2007 waren die Verhältnisse so schlecht, dass man auf eine Durchführung verzichten musste. In den folgenden Jahren stand das Gelände wegen des Ausbaus des Kraftwerks Linth-Limmern nicht mehr zur Verfügung und man suchte eine neue Herausforderung. Die beiden ‚Krumm und Quer‘ wurden von Bernhard Brägger zusammen mit Hans Egger organisiert. So entstand einige Jahre später die Idee für eine winterliche Ausfahrt – ‚Auf Schnee und Eis‘ war geboren. Zum Team gehörte schon zu Beginn Martin Kolb, welcher heute Organisator – oder besser Koordinator ist. Bernhard Brägger ist mittlerweile 83 Jahre alt und leidet an Demenz und lebt in einem Alterszentrum in der Zentralschweiz. So entstand die Idee, Bernhard Brägger als Beifahrer dieses Jahr teilnehmen zu lassen. Es wurde extra ein Lancia Delta HF Integrale vorbereitet, mit welchem Daniel Reinhard hätte fahren sollen. Dani Reinhard musste kurzfristig absagen und das Alterszentrum gab leider auch kein grünes Licht und das Vorhaben konnte nicht umgesetzt werden. Schade. René Felder kam aber trotzdem mit dem Lancia und nach dem Mittagessen fuhr er mit seinem Beifahrer Jörg Schaeffeler und Martin Kolb ins Alterszentrum und besuchten Bernhard Brägger, der sich natürlich riesig freute und im Lancia Platz nehmen durfte.
Der Ablauf war die schon die Jahre zuvor. Ab 09.00 Uhr trifft man sich im Restaurant Blasenberg oberhalb von Zug zum Kaffee und nach dem kurzen Briefing von Martin Kolb wird der erste Teil der Rundfahrt in Angriff genommen. Die Strecke führte von Zug Richtung Menzingen, über den Gottschalkenberg, den Raten nach Einsiedeln und über die Ibergeregg nach Illgau zum gemeinsamen Mittagessen. Das findet jeweils in der Wirtschaft Sigristenhaus statt. Das Sigristenhaus ist ein 1774 erbautes Schwyzerhaus. Das Haus liegt inmitten der Schweiz auf der sonnigen Bergterrasse Illgau im Kanton Schwyz, mit Blick auf die markanten Berge der Innerschweiz. Allerdings war der Ausblick dieses Jahr etwas anders als gewohnt, denn das Sigristenhaus wird derzeit umgebaut. Der geschützte Altbau bleibt natürlich bestehen, die neueren Anbauten wurden aber abgerissen und werden durch Neubauten ersetzt. Wir sind gespannt, wie sich das Sigristenhaus später einmal präsentieren wird. Als Übergangslösung gibt es vor der Mehrzweckhalle etwas weiter oben gelegen, ein heimeliges Provisorium, die Sigristenhütte. Wir können versichern, die Schnitzel schmecken auch in der Hütte genau so gut. Nach dem Mittagshalt ging es für die Teams mit ihren 15 Fahrzeugen wieder über die Ibergeregg zurück bis nach Willerzell am Sihlsee, von dort über die Sattelegg hinunter an den Zürichsee und über Feusisberg nach Biberbrugg und nochmals über den Raten und Gottschalkenberg zurück zum Restaurant Blasenberg zum Abendessen. Allerdings sparten sich einige Teams den Gottschalkenberg auf der Rückfahrt, so warteten wir vergeblich und machten uns in der Dämmerung ebenfalls auf den Weg nach Zug.
Auf Schnee und Eis war wieder ein lustiger Tag, dem Namen gerecht wurde er aber dieses Jahr nicht, es lag sehr wenig Schnee, die Strassen waren alle schwarz geräumt. Zudem waren die Strassenränder schmutzig, eine etwas trostlose Kulisse, die nicht so richtig zum Fotografieren animierte. Aber was soll’s, das ist die Natur und Martin Kolb schrieb in seinen letzten Weisungen: Vielleicht gibt es noch die richtige Portion Schnee heute Nacht an den richtigen Stellen. Meine Hoffnung stirbt zuletzt! – Aber leider ist sie dieses Jahr gestorben 😉 Aber wer weiss, 2027 wird man vielleicht wieder mit dem passenden Wetter belohnt.
Fredi Vollenweider, Hans-Peter Stindt, 19. Januar 2025


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