Grand Prix de Monaco Historique 2026

Bereits zum 15. Mal fand in Monaco der Grand Prix de Monaco Historique statt. Dieses Jahr vom 24. bis 26. April, was sehr früh war. Für uns war es der dritte Besuch dieser wirklich einmaligen Veranstaltung nach 2022 und 2024. Im Vergleich zu diesen beiden Events unterschied sich die Ausgabe 2026 nicht wesentlich, sehr viele Fahrzeuge und Teilnehmer waren die gleichen. Man hätte aus dem vorhandenen Bildmaterial von 2024 leicht einen Bericht für die aktuelle Veranstaltung machen können, KI hätte einen Text geschrieben und nur wenige hätten denn ‚Beschiss‘ bemerkt. So machen wir das natürlich nicht, denn der Besuch des kleinen Fürstentums am Mittelmeer ist immer eine Reise wert, besonders dann, wenn man rund 200 Rennwagen aus vergangenen Zeiten live und hautnah erleben kann, den Sound hört und spürt und den Duft von Rennbenzin in der Luft liegt. Eingeteilt waren die Rennwagen in 8 verschiedene Gruppen, die wiederum in verschiedene Klassen unterteilt waren. Das ist nötig, da man so Unterschiede in der Leistung besser berücksichtigen kann und es nicht unübersichtlich  viele Rennfelder gibt. Für den Zuschauer dürfte das aber eher nebensächlich sein, denn die über 50’000 Besucher wollten das Spektakel auf der Strecke sehen und erleben. Und es wird am Grand Prix de Monaco Historique wirklich viel geboten, denn es sind keine Demoläufe die gefahren werden, nein, das richtiger Rennsport, da werden die Autos für das eingesetzt, wofür sie einst gebaut wurden – Rennen fahren und gewinnen. Ältestes Fahrzeug war der Bugatti 37A von Jürg König aus dem Jahr 1926.

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Grand Prix de Monaco Historique, 24. bis 26. April 2026. Jürg Königs Bugatti Typ 37A war das älteste Fahrzeug

In Monaco standen an diesem Wochenende sicher die Rennwagen im Mittelpunkt, aber sehen und gesehen werden war für manchen Besucher der ‚Gruppe High Society‘ genau so wichtig und tatsächlich begegnet man im Fahrerlager viel Prominenz der unterschiedlichsten Couleur. Jetzt bewegen wir uns seit Jahrzehnten in der Historischen Fahrzeugszene und natürlich erkennt man Persönlichkeiten aus diesem Umfeld sofort. Wenn aber Promis aus einer ganz anderen Branche zugegen sind, erkennt man die nicht unbedingt. So ging es mir im Fahrerlager, als plötzlich ein grosser weiss gekleideter Mann mit schwarzer Hautfarbe mit seiner eleganten weiblichen Begleitung zu sehen war, umringt von vielen Fotografen. Ich hatte keine Ahnung, um wen es ich handelt, wir machten ’sicherheitshalber‘ aber ein paar Bilder. Ich erfuhr später, dass es sich um einen Fussballspieler handeln soll. Wenn man aber von Fussball nicht mal den Hauch einer Ahnung hat, sind einem solche Stars halt unbekannt. Google-Bildersuche ergab dann schnell, dass es sich um Paul Pogba handelt, einem der teuersten Fussballspieler der aktuell nach einigen Wechseln wieder beim AS Monaco spielt. Seit einigen Jahren gibt es neben den traditionellen Fotografen und Journalisten, zu denen wir uns zählen, eine Gruppe meist junger Leute, die sich ‚Influencer‘ oder ‚Content Creator‘ nennen. Die treiben sich auf dem Rennplatz herum, immer auf der Suche nach einem guten Bild, das primär der Eigenwerbung dienen soll. Den Unterschied zwischen einem Bugatti 37 und einem Ferrari Testarossa dürften die wenigsten kennen. Dieses Phänomen ist vor allem an Events in Orten wie eben Monaco, St. Moritz und anderen Nobelorten zu beobachten. Stellvertretend für diese Selbstdarsteller hier die beiden Töchter von Robert und Carmen Geiss

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Grand Prix de Monaco Historique, 24. bis 26. April 2026. Shania und Davina Geiss, beide in Monaco geboren

Da wir uns dieses Jahr eine Fotografenweste teilen mussten, hatten man etwas mehr Zeit im Fahrerlager, denn ohne Weste wird man nicht an die Strecke gelassen. Vielen Fotografen-Teams erging es so, teilweise bekamen sie nicht einmal einen Ausweis, obwohl die Akkreditierung bewilligt wurde. Das trübt natürlich die Freude und Motivation, dafür gönnte man sich das eine oder andere Bier mehr als üblich. Bilder von der Strecke gibt es trotzdem, aber nicht von allen Standorten, die wir planten. Teilweise werden gute Möglichkeiten auch durch die Erweiterung von Leitplanken erschwert. Aber wenn man während den ganzen 3 Tagen anwesend ist, stimmt am Schluss die Ausbeute. Verlassen wir aber die Welt des schönen Scheins und befassen uns mit dem Geschehen auf der Strecke und den Boxen. Am Freitag fanden ab 08.00 Uhr die Trainingsfahrten statt, es ging darum, dir richtige Abstimmung zu finden und das Fahrzeug optimal für die Qualifikation am Samstag und das Rennen am Sonntag vorzubereiten. Auch ein gut vorbereiteter Rennwagen kann nicht einfach losfahren und gut ist. Das zeigte sich am Shadow DN1 von 1973, welchen Toni Seiler schon seit einigen Jahren einsetzt. Toni beklagte einen Leistungsverlust in den Rechtskurven und man vermutete, dass die Benzinpumpe nicht genügend Benzin fördert. Es zeigte sich schliesslich, dass ein verstopfter Benzinfilter dieses Problem verursachte. Trotz des Ersatzes drehte der 3 Liter-Cosworth-Motor nicht sauber hoch, was man auch gut hören konnte wenn man an der Strecke stand. Trotzdem schaute am Schluss ein 11. Platz heraus. Letztes Jahr lief es für das Team Seiler sehr gut bis zum Rennen, dann brachen beim Start beide Antriebswellen und der Shadow blieb stehen. Zum Glück fuhr keiner der hinteren Rennwagen auf Toni Seilers Auto. Marco Werner, der 2022 siegte, ereilte dieses Jahr das gleiche Schicksal, in der zweiten Runde brach eine Antriebswelle am Lotus 87B und der auf dem zweiten Platz liegende Marco Werner musste das Rennen aufgeben. That’s racing, jedem kann so etwas passieren. Auffallend war, dass es im Rennen der Gruppe G viele Ausrutscher gab und die enden in Monaco fast immer an der Leitplanke, denn Platz ist im gut 2 Quadratkilometer grossen Fürstentum auch auf der Rennstrecke knapp. Die Leitplanken halten den Aufprall im Gegensatz zur Aufhängung eines Rennwagens aber gut aus. Nach Rennende kam eine regelrechte Karawane mit den Bergungs-LKW’s an die Boxen zurück. Da blutete einem wirklich das Herz, wenn man die teilweise doch stark beschädigten Rennwagen sah.

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Grand Prix de Monaco Historique, 24. bis 26. April 2026. Der Lotus 91 von Steven Brooks hat auch schon besser Zeiten gesehen. Solche ’shit happens‘ sind in der Regel aber relativ schnell wieder repariert.

Für viel Gesprächsstoff sorgte der Unfall von Jean Alesi mit dem Ferrari 312 von 1969 des Teams METHUSALEM RACING. Alesi kam nach dem Tunnel rechts auf die Streckenbegrenzung, das Auto drehte sich um 180 Grad und schlug mit der vorderen rechten Aufhängung gegen die Leitplanken bei der Schikane. Der Ferrari drehte sich nochmals um 180 Grad und kam wieder in Fahrtrichtung zum Stehen. Minuten später kamen über die Sozialen Medien die ersten Kommentare und man las von Millionenschaden an einem historischen Rennwagen. Einige schrieben sogar, dass Alesi den Ferrari pulverisierte und es wurden Erinnerungen an 2021 wach, als Alesi mit einem neueren Ferrari 312 ebenfalls in einen Unfall verwickelt war. Alesi verschaltete sich ausgangs der Rascasse und Marco Werner prallte ins Heck des Ferrari. Marco Werner wurde zum Sündenbock, Alesi sagte aber klar, dass es sein Fehler war, eben weil er sich verschaltete. In einem Rennen plant der Fahrer keinen Sicherheitsabstand ein, da wird so gefahren, wie man in einem Rennen eben fahren muss. Der diesjährige Ausrutscher von Alesi hatte weit weniger gravierende Folgen als man annehmen konnte. Schon am nächsten Tag war der Ferrari wieder fahrbereit und nahm an der Qualifikation teil. Ganz alle Spuren konnten über Nacht allerdings nicht beseitigt werden, da werden die Mechaniker nochmals etwas Hand anlegen und in die Kosmetik investieren müssen. Ferrari hatte in diesem Jahr einen speziellen Auftritt am Grand Prix de Monaco Historique. Etwa zwei Dutzend Formel 1-Autos aus den letzten 25 Jahren, fuhren eine Parade auf der Strecke. Das Corse Clienti-Programm ist für wohlhabende Rennfans, die es sich leisten können, einen Formel 1-Ferrari zu besitzen. ‚Verwaltet‘ werden diese Rennwagen von Ferrari. Auf Wunsch eines Besitzers stellt Ferrari alles Nötige zur Verfügung, damit die Besitzer die Fahrzeuge auf einer Rennstrecke bewegen können. Das kostet natürlich ein paar Euro.

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Grand Prix de Monaco Historique, 24. bis 26. April 2026. Der Ferrari 312 konnte über Nacht wieder fahrbereit gemacht werden, die Spuren des Einschlags sind aber noch deutlich zu sehen.

Bezüglich Fahrzeugauswahl für den Grand Prix de Monaco Historique blieben keine Wünsche offen, da war alles zu sehen, was bis zum Jahr 1985 die Formel 1 prägte. Aber auch einige seltene Raritäten, die heute kaum noch bekannt sind, konnte man in Monaco entdecken. So der Eifelland Typ 21, ein auf einem March 721 basierenden Rennwagen, den der Wohnwagenproduzent Eifelland Caravans 1971 bei einigen Rennen einsetzte. Auffällig an dem Rennwagen ist der grosse, mittig vor dem Fahrer angebrachte Rückspiegel und der Lufteinlass vor dem Cockpit. Die Geschichte dieses Unikats kann bei Wikipedia nachgelesen werden. Eine weitere Besonderheit war der 1954 von Marino Brandoli gebaute Lancia Marino. Eingesetzt wurde das Einzelstück vom Team AWA (Automotive Women Association). Der Traum, ein rein weibliches Mechanikerteam zu einem historischen Formel-1-Wochenende zu bringen, wurde durch die Teilnahme von Lucrezia Milanese und Daria Gavriliu Wirklichkeit, die bei einem der legendärsten Events des Jahres in der Boxengasse mitwirkten. Die gemeinsame Vision von Gigi Taverna (Racing & Classic) und Monica Zanetti (Mitbegründerin von AWA) war entscheidend für die Realisierung dieses Vorhabens. Lucrezia Milanese und Daria Gavriliu konnten so eine äußerst prägende Zeit erleben und eng mit dem technischen Koordinator Salvatore Cabras und dem Sportdirektor Riccardo Paterni zusammenarbeiten, unterstützt von Luca Greco und Anna Mangione aus Italien. Der von Francesco Macrì gefahrene Lancia schied jedoch schon früh aus und konnte das Rennen am Sonntag nicht bestreiten. Schade, aber man gönnt dem Team trotzdem die Teilnahme. Auch wenn der Lancia etwas gelitten hatte, es kamen keine Personen zu Schaden, übrigens das ganze Wochenende nicht.

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Grand Prix de Monaco Historique, 24. bis 26. April 2026. Der beschädigte Lancia Marino wird ist Fahrerlager gebracht. Die Delle konnte einigermassen repariert werden, aber es gab ein Problem mit der Lenkung und das Team entschied richtig, das Fahrzeug nicht mehr einzusetzen.

Wettermässig war es nicht ganz so, wie man erwarten konnte. Noch einige Tage vor dem Event versprachen die Prognosen eitel Sonnenschein, den gab es am Donnerstag und Freitag. Am Samstag zogen aber schnell Wolken auf und man war froh um einen Pullover. Der Sonntag war trüb und am Nachmittag gab es sogar ein paar Regentropfen. Der Rennverlauf wurde dadurch aber nicht beeinträchtigt und es konnten alle Rennen planmässig gefahren werden. Das letzte Rennen der Gruppe G ‚Ayrton Senna‘ war zu Beginn allerdings recht chaotisch, es gab schon in der ersten Runde Ausfälle und Ausrutscher, das Rennen wurde abgebrochen und neu gestartet. Das dauerte allerdings recht lange, da einige Fahrer erst nach 2 Runden an die Boxen fuhren und so die Reihenfolge für den Neustart durcheinander brachten. Es mussten dann alle Rennwagen in den Boxen sortiert werden, was vor allem für die Mechaniker eine hektische Angelegenheit war, die rannten wie von Wespen verfolgt hin und her und suchten ihren Fahrer. Das letzte Rennen des Events konnte schliesslich regulär gefahren werden, aber wie schon erwähnt mit vielen Ausfällen. Als nach 3 1/2 Tagen alles vorbei war, war man irgendwie froh und auch müde, denn man machte jeden Tag einige Kilometer zu Fuss. Aber es war trotz der Anstrengung wieder ein schöner und interessanter Grand Prix de Monaco Historique, der wie immer perfekt organisiert wurde vom AUTOMOBILE CLUB DE MONACO. Alle Resultate kann man hier nachlesen. Und etwas hätten wir beinahe vergessen, Fürst Albert Alexandre Louis Pierre Rainier Grimaldi, wie er mit vollem Namen heisst. Gesehen haben wir ihn nicht, obwohl er anwesend war. Er fuhr sogar in einem Bugatti Royale über die Rennstrecke. Das verpassten wir leider, aber ich denke nicht, dass es für uns Konsequenzen haben wird 😉 Wieder ein Rennsportevent der Superlative, den man selber erleben muss.

Fredi Vollenweider, Ela Lehmann, 02. Mai 2026

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3 Kommentare zu „Grand Prix de Monaco Historique 2026

  1. Unsere Begegnungen, eure professionellen Fotos und eure Kommentare geniessen wir ganz besonders! Euer Wirken ist für den Motorsport eine ganz grosse Bereicherung!
    Vielen Dank und herzliche Grüsse Aenny

    • Hallo Aenny

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und das Lob, das freut uns natürlich. Wir machen unermüdlich weiter, so lange wir können, denn es macht Spass. Schade, dass wir uns in Monaco nicht mehr gesehen haben. Nochmals herzlichen Dank, einen Gruss an Alex und noch einen schönen Abend.

      Fredi, Ela und das Team von DREAM-CARS.CH

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