20. Internationales Jochpass Memorial 2018 (DE)

Der Kurort Bad Hindelang und das Oberjoch im Allgäu mussten vom 05. bis 07. Oktober 2018 wieder etwas mehr Lärm und Rummel ertragen als üblich, denn das mittlerweile 20. Jochpass Memorial wurde ausgetragen. Erstmals gab es am 16. September 1923 ein Rennen am Jochpass. 80 Teilnehmer, alles Motorräder, nahmen auf der damals noch nicht asphaltierten Strasse teil. Am schnellsten war eine Frau, Ada Otto. Bis 1930 gab es weitere 7 Rennen, dann war Schluss, bis nach der Wirtschaftskrise und dem 2. Weltkrieg 1954 endlich wieder ein Rennen ausgetragen wurde, das neunte insgesamt. Danach wurde es am Jochpass für weitere 28 Jahre still und erst 1982 wurde das 10. Oberjochrennen veranstaltet. Bis 1987 wurde das Rennen jährlich durchgeführt, dann erwirkten Naturschützer einen 2-Jahres-Turnus und am 21./22.10.1989 wurde das letzte richtige Oberjoch-Bergrennen durchgeführt. Oftmals waren diese Rennen die Finalläufe der Europa-Bergmeisterschaft. Ungeschlagen ist die Siegerzeit von Fredy Amweg aus dem Jahr 1986, er fuhr die Strecke in 3 Minuten, 8 Sekunden und 26 Hundertstelsekunden. Diese Zeiten sind längst vorbei, aber
1999 fand zur Freude der Fans anläßlich des 100-jährigen Bestehens des “Neuen Jochpasses” endlich wieder eine Motorsportveranstaltung, das 1. Internationale Jochpassrennen-Memorial, statt. Dabei handelte es sich um eine Gleichmäßigkeitsprüfung aus insgesamt vier Wertungsläufen. Die Teilnehmer müssen sich eine Sollzeit setzen, die sie möglichst genau einhalten müssen. Die Mindeslaufzeit ist aber 4 Minuten und 30 Sekunden, daran mussten sich die Teilnehmer halten.

Jochpass Memorial Bad Hindelang 2018, 05. bis 07. Oktober. Fredy Amweg baute zusammen mit seinem Vater 1976 diesen Eigenbau, den Amweg-BMW AW 76 Formel 2, mit dem er unzählige Rennen gewann.

Jochpass Memorial Bad Hindelang 2018, 05. bis 07. Oktober. Fredy Amweg baute zusammen mit seinem Vater 1976 diesen Eigenbau, den Amweg-BMW AW 76 Formel 2, mit dem er unzählige Rennen gewann.

2014 besuchten wir diesen Event erstmals und waren begeistert. Die Freude auf das 20. Jochpass Memorial war gross und wir erwarteten ein Feuerwerk von einem Event, vor allem auch wegen der doch sehr guten Wetterprognosen. Dazu aber später.

Wir als Fotografen und Journalisten sind immer wieder mit dem unsäglichen Thema Fake-News und Lügenpresse konfrontiert, dazu kommt die DSGVO, die Datenschutz Grundverordnung, und wir müssen uns mit diesen Themen zwangsläufig auseinandersetzen. Unsere Berichterstattungen sollen immer den tatsächlichen Verlauf wiedergeben, deshalb sind wir in der Regel an Rennveranstaltungen immer vom Anfang bis zum Schluss dabei, um eben aus eigener Erfahrung berichten zu können. Sonst sind oder werden wir unglaubwürdig und das wollen wir unter keinen Umständen. Viele Veranstalter verfassen Medienberichte und stellen diese den Medienschaffenden zur Verfügung. Von dieser Dienstleistung machen wir selten Gebrauch, da wir eben aus unserer Sicht berichten wollen. Wir kennen sehr viele Fahrer und nehmen uns jeweils auch Zeit, mit Besuchern, Streckenposten und den Veranstaltern selber Gespräche zu führen. Nur so weiss man wirklich detailliert über einen Event Bescheid und kann wahrheitsgetreu darüber berichten. Weshalb schreiben wir hier diese Erklärung werden sich jetzt viele fragen. 

Leider wurden sehr viele Zuschauer und vor allem auch Fahrer vom 20. Jochpass Memorial arg enttäuscht. Man hat sich berechtigt auf einen Top-Event freuen dürfen, was man aber in Bad Hindelang vorfand, war wirklich weit weg von top. Unpersönlich, kalt und unmotiviert, es gab viele Vorschriften, Geschwindigkeitsbeschränkungen, die mit Laserpistolen überwacht wurden, Androhungen von Strafen usw. Das alles wurde den Fahrern nicht mündlich sondern mit einem schnöden Blatt Papier mitgeteilt.

Jochpass Memorial Bad Hindelang 2018, 05. bis 07. Oktober. Fahrerbesprechung

Jochpass Memorial Bad Hindelang 2018, 05. bis 07. Oktober. Fahrerbesprechung

Während der Fahrzeugabnahme am Freitagnachmittag gab es sehr lange Wartezeiten, die letzten Fahrzeuge wurden erst gegen 19 Uhr kontrolliert. Da machte sich schon überall Unmut breit. Im Fahrerlager gab es kein Festzelt mehr, keinen einzigen Verpflegungsstand, auch keinen Getränkestand. Es mögen wirklich nicht alle Zuckerwatte und gebrannte Mandeln, das gab es aber. Wenigstens hatte das Restaurant unmittelbar oberhalb des Fahrerlagers geöffnet, so konnte man sich dort für Gespräche treffen. Das aber auch nur am Samstag, denn am Sonntag war dieses Lokal den ganzen Tag geschlossen. Für Verpflegung musste man sich am 100 Meter entfernten Kurhaus in eine lange Schlange stellen und geduldig auf eine Wurst warten. Ein Getränk hatte man dann aber noch keines, dafür musste man nochmals anstehen und warten. Es war also praktisch nicht möglich, eine heisse Wurst und ein kaltes Bier zu geniessen. Da haben die Verantwortlichen offensichtlich enorm gespart an der Infrastruktur, dabei hat sich das Startgeld für die Teilnehmer seit 2017 doch um rund 100 Euro erhöht. Dass man für die nun 690 Euro Startgeld noch weniger geboten bekam als vor Jahresfrist, ist wirklich unverständlich. Für uns Fotografen war es denn auch nicht ganz so dramatisch, ausser, dass der Shuttle-Bus für die Medienvertreter am Sonntag irgendwo war, nur nicht dort, wo wir ihn gebraucht hätten. Die Nachfrage bei den Helfern über den Verbleib verursachte nur Achselzucken. So blieben wir am Sonntag den ganzen Tag im Bereich des Fahrerlagers und Vorstarts, denn zum rund 800 Meter nach oben verlegten Start mochten wir nicht laufen. 

Jochpass Memorial Bad Hindelang 2018, 05. bis 07. Oktober. Die Vorkriegsfahrzeuge vor dem Vorstart

Jochpass Memorial Bad Hindelang 2018, 05. bis 07. Oktober. Die Vorkriegsfahrzeuge vor dem Vorstart

Durch die langen Wartezeiten und das Showprogramm nach jedem Lauf mit einem Vespa Club, Karts und Rollbrettfahrern, konnte sowohl am Samstag wie auch am Sonntag der letzte Lauf nicht mehr ausgetragen werden, was viele Fahrer verärgerte. Es war ein leider sehr enttäuschendes 20. Jochpass Memorial. Man gewinnt den Eindruck, dass bei der unmotivierten Durchführung Pflicht statt Freude herrschte. Wir verzichten auf Informationen des offiziellen Medienberichts, denn von den erwähnten  rundum zufriedenen Teilnehmern können wir nicht berichten. Ebenfalls nicht der Tatsache entspricht die Erwähnung des ältesten Autos im Teilnehmerfeld, ein Peugeot Race Voiturette von 1909. Dieser höchst interessante Wagen war zwar gemeldet,  verunfallte aber leider vor einer Woche bei einem anderen Event und wurde erheblich beschädigt, zum Glück blieben die Insassen heil. Auch hier wäre mehr Sorgfalt angebracht gewesen. Es gäbe noch viele weitere Unzulänglichkeiten zu erwähnen, wir wollen aber darauf verzichten, denn es fällt so schon schwer genug, diesen Bericht zu verfassen. Schade, wirklich schade, das hatte man sich anders vorgestellt. Bilder konnten wir aber dennoch genügend machen und wir hoffen, dass diese etwas zu trösten vermögen. Alle weiteren Informationen gibt es direkt auf der Website des Veranstalters.

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7 Gedanken zu „20. Internationales Jochpass Memorial 2018 (DE)

  1. Hallo Ihr Lieben und alle Beteiligten!
    Ich bin gewohnt, auch zwischen den Zeilen zu lesen!
    Die Jochpass-Strecke gehört zu den Besten!
    Marlene macht das toll!
    Wir kommen wieder!
    Was uns Fahrer fehlte, war die Lautsprecheransage!
    In der Startaufstellung haben wir NICHTS gehört!
    Wurden wir überhaupt angesagt?
    Am Ziel war es langweilig, weil keine Ansagen, keine Infos!
    Die Wirte dort waren unmotiviert!
    Wo waren die großen Sponsoren wie früher?

    • Hallo Klaus

      Danke für Deinen Kommentar. Die Lautsprecheransagen hörten wir, aber unten beim Vorstart, 800m vom Start entfernt. Die Zuschauer am Vorstart konnten mit den Ansagen allerdings nicht viel anfangen, weil sie nicht zu den dort stehenden Teilnehmerfahrzeugen passten. Hoffen wir, dass wir uns in einem Jahr wieder treffen werden am Jochpass und man rundum zufriedene Gesichter sieht. Wünsche Euch eine gute Zeit.

      Herzliche Grüsse
      Fredi Vollenweider + Team DREAM-CARS.CH

  2. Oh man da bin ich dann doch froh am Ende nicht gekommen zu sein! Hatte das Rennen zufällig auf der Suche für ein Auto Mode shooting entdeckt -die deutsche AlpenStraße – gehöre auch zur Zunft der schreibenden Individuen …Dann hoffe wir mal dass im nächsten Jahr der Rotstift nicht noch weiter für Chaos sorgt. .

    • Danke für den Kommentar. Das hoffen wir auch, dass man nächstes Jahr wieder einen wirklich tollen Event am Oberjoch erleben darf. Unser Bericht mag hart erscheinen, aber man soll nichts beschönigen und wir hoffen, dass die Verantwortlichen ihre Schlüsse daraus ziehen werden. Wir sehen unsere Ausführungen als konstruktive Kritik, denn besser machen kann man es immer, nach dem 20. Jochpass Memorial sowieso. In diesem Sinne einen schönen und erfolgreichen Tag.

      Freundliche Grüsse
      Fredi Vollenweider + Team DREAM-CARS.CH

    • In vielen Punkten gebe ich dem Verfasser des Berichtes recht, finde aber teilweise die Berichterstattung sehr einseitig und auch bewusst negativ. Ich denke da hat man jemanden richtig verärgert. Wir als Betreiber der Schnitzelalm haben jahrelang den Festplatz am Busbahnhof bewirtet und haben uns um die komplette Bewirtung inklusive Showprogramm gekümmert. Dieses Jahr musste der Start bedingt durch eine Baustelle 800 Meter nach oben verlagert werden, was in der Organisation für die gesamte Veranstaltung eine riesige Herausforderung darstellte. Mir liegt es fern hier etwas schönzureden und es sind viele Dinge in der Kommunikation untergegangen. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine Berichterstattung auch die Informationen des Veranstalters benötigt, um so einen Bericht zu schreiben. Ich hatte persönlich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck das hier jemand demotiviert war oder es als Pflichtveranstaltung gesehen hat. Ich selbst habe mit sehr vielen Teilnehmern und Zuschauern gesprochen und kann nicht bestätigen was im Bericht geschildert wird. Es gab sicher viele Kritikpunkte, dennoch war der deutlich überwiegende Anteil der Aussagen, dass es trotz der widrigen Umstände eine tolle Veranstaltung gewesen sei. Auch am Sonntagabend habe ich noch bis in die Morgenstunden mit den Verantwortlichen diskutiert und habe auch da nicht den Eindruck bekommen, dass jemand gleichgültig oder demotiviert war. In unserer Sache kann ich nur sagen das es uns sehr leid tut, dass offensichtlich ein Kommunikationsproblem für die Teilnehmer entstanden ist. Es gab für alle Teilnehmer einen Gutschein für die Schnitzelalm, einen Verpflegungsstand mit Bratwurst, Steaks, Kaffee Kuchen ect. sowie einen Getränkeausschank direkt vor dem Rennbüro. Ein paar Meter weiter gab es gegenüber einen Bierwagen und auch diverse Speisen. Am Start wurde mit sehr viel Aufwand ein Zuschauerbereich errichtet, hier gab es einen Grillstand, einen Flammkuchen-Wagen sowie einen Getränkeausschank im rechten Bereich. Links war ebenfalls ein Bierwagen und die Gaststätte der Schnitzelalm war nahezu rund um die Uhr geöffnet. Im Ziel stand ebenfalls ein Zelt mit Verpflegung und ein Bierwagen. Wir hatten an diesem Wochenende über hundert Helfer nur für Verpflegung und Getränke im Einsatz die nahezu Unmögliches geleistet haben. Aus unserer Perspektive wollen und können wir diesen Bericht so nicht stehen lassen und versprechen, dass wir aus den Fehlern gelernt haben! Insgesamt finden wir, es war eine schöne Veranstaltung und wirklich jeder hat mit größter Kraftanstrengung das beste gegeben! Liebe Grüße aus der Schnitzelalm.

      • Guten Tag Herr Angerer

        Vielen Dank für Ihre Erklärungen. Ihre Aussagen treffen sicher zu. Es liegt uns fern, hier irgend jemanden oder die Veranstaltung schlecht zu machen, aber wir als Medienvertreter wurden von vielen Zuschauern, auch einheimischen, angesprochen, auch etliche Fahrer haben sich beklagt. Wir haben lediglich diese Aussagen und unsere eigenen Erfahrungen und Beobachtungen nach 5 Events am Oberjoch in unseren Bericht einfliessen lassen. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt, sonst wäre der Event wirklich ins sprichwörtliche Wasser gefallen.

        Wir hätten die Jubiläumsveranstaltung auch in den höchsten Tönen loben können, dann würden wir aber ebenfalls zu den Vertretern der Lügenpresse gehören und das wollen wir unter keinen Umständen. Wir sind überzeugt, dass sehr viele freiwillige Helfer schon lange vor dem Event einen super Job gemacht haben, aber eben nicht alle. Und wir wollen ja auch nächstes Jahr wieder ans Oberjoch kommen und uns an und über einen tollen Event freuen. Wir sind auch zuversichtlich, dass das 21. Jochpass Memorial wieder ein richtig tolles Oldtimerfest werden wird.

        Herzliche Grüsse
        Fredi Vollenweider + Team DREAM-CARS.CH

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