Indianapolis in Oerlikon 2019

 

Zum 17. Mal hiess es am 23. Juli 2019: Indianapolis in Oerlikon. Und es hat alles wieder gepasst, das Wetter, die Stimmung, sehr viele Besucher und tolle Fahrzeuge. Rund 60 Renn- und Sportwagen sowie Motorräder waren gemeldet. Nicht weniger als 3 Bugatti konnten auf der offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon bewundert werden. Damit aber nicht genug, die Startnummer 50, ein Bugatti Typ 43 von 1929, wurde von Caroline Bugatti gefahren. Sie ist die Enkelin des legendären Ettore Bugatti, der in seiner Fabrik in Molsheim im Elsass von 1909 bis 1963 Renn- und Sportwagen baute. Heute hat Volkswagen die Namensrechte an Bugatti und Leute mit einer etwas grosszügigeren Geldbörse, können heute wieder Fahrzeuge mit dem Markennamen Bugatti kaufen. Ausser dem Namen und dem angedeuteten hufeisenförmigen Kühlergrill haben diese Fahrzeuge nichts mehr gemeinsam mit den Bugattis von damals. Es wird heute sehr viel billiger Kunststoff verbaut, den man auch an einem VW Polo findet. Aber lassen wir das und kommen zurück zum Event auf der offenen Rennbahn. Um 18.00 Uhr wurde das erste Feld, Renn- und Sportwagen Nachkrieg auf die 333,33 Meter lange Bahn geschickt. Nach einigen Runden und etwa 3 Minuten Fahrzeit kam das nächste Feld, die Vorkriegsmotorräder, dann wieder Autos, Motorräder usw. bis zum 9. und letzten Feld, den spektakulären Indy Cars. In diesem Feld haben die Autos Motorräder mit 3,3 Litern Hubraum und mehr. Den grössten Motor hatte der Nash 480 Aeropower von 1930, gefahren von Rolf Kuster. Rolf nimmt mit diesem Indy Car seit vielen Jahren an Events teil. Mit geschlossenen Fahrzeugen wird übrigens nicht gefahren, da die Sicht nach vorne unzureichend ist. Durch den engen Radius der beiden Kurven ist die Sicht stark eingeschränkt wegen der Krümmung der Fahrbahn nach oben. Zudem blendet die tiefstehende Sonne.

Rolf Kuster mit seinem Nash 480 Aeropower von 1930

Indianapolis in Oerlikon 2019: Rolf Kuster mit seinem Nash 480 Aeropower von 1930

Indianapolis in Oerlikon, ein etwas kurios anmutender Name für einen rennsportähnlichen Oldtimerevent in der Schweiz, aber längst ist er Inbegriff für ein wirkliches Highlight in der Schweizer Oldtimerszene. Bernhard Brägger hat diesen Event 2003 erfunden, Georg Kaufmann war damals Teilnehmer. Später übernahm er zusammen mit seinem Bruder Jo und Karl Marty die Organisation. Der Name Indianapolis, in Anlehnung an das Oval in den USA, war die Idee des leider 2011 viel zu früh verstorbenen Moderators und TV-Legende Willy Kym. Im Gegensatz zum ‘Original’, das rund 4 Kilometer lang ist, ist das 1912 erbaute Betonoval in Oerlikon, weit ausserhalb von Zürich, nur gerade 333,33 Meter lang. Ein Pace Car gibt es nicht, man kann so schnell fahren, wie man will. Im Gegensatz zum richtigen Indianapolis, werden trotz der viel kürzeren Strecke von den schnellsten Fahrern Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht und somit fahren die Teilnehmer rund alle 10 Sekunden an einem vorbei. Oerlikon wurde 1934 eingemeindet, d.h. es wurde ein Ortsteil von Zürich, heute der Kreis 11. Mittlerweile liegt das Areal mitten in Zürich und ist umgeben von zahlreichen Geschäftsgebäuden, dem Hallenstadion und auch der Messe Zürich. Vor wenigen Jahren gab es Pläne, die Betonbahn abzureissen und dann wäre wohl ein weiteres Geschäftsgebäude von Investoren errichtet worden mit dem Ziel, eine maximale Rendite zu ‘erwirtschaften’. Der Verein IGOR, Interessengemeinschaft offene Rennbahn Oerlikon, setzte sich aber für den Erhalt dieses baulichen Kulturguts ein und vorerst dürfte eine anderweitige Verwendung des Areals abgewendet sein. Informationen zur IGOR kann man hier nachlesen. So konnte man sich auch an diesem 23. Juli 2019 wieder über die wunderschönen Renn- und Sportwagen sowie Motorräder und Gespanne freuen.

Thomas Rutishauser mit seinem wunderschönen Talbot-Lago T26

Indianapolis in Oerlikon, 23. Juli 2019. Thomas Rutishauser mit seinem wunderschönen Talbot-Lago T26

Das 17. Indianapolis in Oerlikon war wieder ein perfekter Event, der von gut 5’000 Zuschauern verfolgt wurde. Speaker Elio Crestani versorgte die Zuschauer mit Informationen zu den einzelnen Fahrzeugen und auch Fahrern. Es waren schon um die 6’000, aber das spielt keine Rolle, vielleicht war dieser 23. Juli für einige einfach auch zu heiss. An Radsport-Events kommen nicht annähernd so viele Zuschauer und Besucher wie ans Indianapolis in Oerlikon und das Interesse an historischem Kulturgut auf Rädern scheint weiterhin sehr gross. Das ist auch gut so, denn schon in einigen Jahren könnte den Liebhabern von klassischen Fahrzeugen ein etwas rauherer Wind um die Ohren pfeifen. Aber freuen wir uns vorerst an den nächsten Oldtimerevents. Alle weiteren Informationen zum Event und der offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon gibt es auf der eigenen Website. Nach dem Event wurden die Fahrzeuge wieder verladen, aber bis gegen Mitternacht war im Rennbahnstübli und Vorplatz noch viel los. Wir sagen den Organisatoren und Helfern danke und freuen uns auf nächstes Jahr.

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3 Gedanken zu „Indianapolis in Oerlikon 2019

    • Hallo Ruedi

      Vielen Dank für das Kompliment und den Link. Schade, dass Du von der A-Säule verdeckt bist, aber man kennt Dich trotzdem. Dir noch einen schönen Tag und ein frohes Wochenende.

      Herzliche Grüsse

      Fredi und Team DREAM-CARS.CH

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