Finali Mondiali – Ferrari Challenge Finale in Mugello (IT)

Letztes Jahr besuchten wir das Finali Mondiali der Ferrari Challenge in Monza und es hat uns Spass gemacht. Auch wenn es bei diesem Event, der dieses Jahr am Wochenende vom 24. – 27. Oktober in Mugello. Das Autodromo Internazionale del Mugello ist eine italienische Rennstrecke in der Gemeinde Scarperia e San Piero, in der Region Mugello nördlich von Florenz. Die Strecke hat eine Länge von 5,245 km, Eigentümer ist Ferrari. Zurzeit findet jährlich der Große Preis von Italien zur Motorrad-Weltmeisterschaft sowie Läufe der DTM statt. Außerdem wird die Strecke oft für Formel-1-Testfahrten, vor allem von Ferrari, genutzt. Durch die Lage in einer Geländemulde weist die Strecke einige Abschnitte mit Steigungen auf, einmal fahren die Autos den Berg hoch, dann wieder hinunter. Im Vergleich zu Monza ist die Infrastruktur etwas einfacher und übersichtlicher, aber viele sagen, dass es auch dank der Landschaft viel schöner sei, als an manch anderen Rennstrecken. Das können wir bestätigen. Ein Nachteil ist allerdings, dass sich vieles im Innenbereich abspielt und dorthin zu gelangen, ist nicht ganz so einfach bzw. nimmt viel Zeit in Anspruch. Es gibt einen Aufgang von ausserhalb der Strecke über mehrere Etagen, auf der anderen Seite muss man die Treppen wieder hinuntersteigen. Es gibt noch eine Unterführung, die war aber am Sonntag derart verstopft, dass es lange Wartezeiten gab. Es gibt auch Aufzüge, die durften aber nicht benutzt werden, überall stand schwarz gekleidetes ‘Security-Personal’, von dem es deutlich zuviel gab auf dem Gelände. Überall wurde man zurechtgewiesen und musste zigmal am Tag seinen Ausweis zeigen. Bei etlichen dieser jungen Männer südosteuropäischer Herkunft hatte man das Gefühl, dass das Funkgerät das Hirn ersetzte. Aber was soll’s, es gab auch ein paar nette ‘Aufpasser’.

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Die einzige Unterführung war am Sonntag derart verstopft, dass lange Wartezeiten entstanden

Das es für so einen Event ein Sicherheitskonzept braucht ist selbstverständlich, aber man kann es auch mit unnützen Aktionen übertreiben. Aber lassen wir das und wenden uns dem Event zu. Die Ferrari Challenge wird seit dem Jahr 1993 ausgetragen, damals mit dem Modell 348 Challenge. Es hat sich seither viel geändert. Die Rennversion des 348 unterschied sich nicht so gravierend, wie die heutigen 488 Evo, Es gab damals sogar Fahrer, die ihren 348 auf der Strasse zu den Rennen fuhren. Die Ferrari Challenge besteht aus 3 Rennserien, Europa, Asien/Pazifik, Nordamerika und seit diesem Jahr eine eigene UK-Serie. Immer das letzte Rennen der Saison wird Finali Mondiali genannt und es fahren alle 4 Serien am gleichen Wochenende. Die Ferrari Challenge ist eine einzigartige, durch die FIA offiziell zugelassene GT-Rennserie, welche direkt durch die legendäre Marke Ferrai betreut und organisiert wird. Mehr als 1000 Fahrer messen sich seit 1983 in dem weltbekannten Rennen auf den schönsten Strecken der ganzen Welt. Gefahren werden die Trofeo Pirelli, Trofeo Pirelli Am, Coppa Shell und Coppa Shell Am. Nächstes Jahr soll das Finali Mondiali in Dubai stattfinden. Neben den verschiedenen Serien mit den 488 GT 3 Evo, gibt es das XX-Programm, wo die verschiedenen FXX, FXX Evo, 599XX und FXX K starten. Wiederum eine eigene Kategorie bilden die F1 Clienti, also ehemalige Formel 1 Fahrzeuge, die, wenn nötig, von Ferrari betreut, auf der Strecke fahren können. Wir haben dieses Jahr auch Holger Lange getroffen, der zwei Fahrzeuge aus der Saison 1989 besitzt, einen Typ 639, ein Testwagen, aus dem dann der für die Rennen der Typ 640 entstand. Mit einem der Fahrzeuge startete Holger, das andere war im grossen Pavillon ausgestellt.

Ferrari: Finali Mondiali 2019 in Mugello. Holger Lange mit dem F1 Ferrari 640 in der Boxengasse

Wenn ein gutes Dutzend F1 Fahrzeuge auf der Strecke fährt, kommt fast etwas richtige Formel 1-Stimmung auf, auch wenn die Farbe rot natürlich dominiert. Es ist spannend, wie die Fahrzeuge über die Jahrzehnte sich auch akustisch veränderten. Wenn man nahe an der Strecke steht, weiss man nach ein paar Runden, welches Fahrzeug gleich vorbeifahren wird. Zugegeben, nach einer gewissen Zeit entsteht für den Zuschauer oder uns Fotografen fast etwas Langeweile, vor allem bei den 488 GT 3 Evo. Die unterscheiden sich nur in den Farben, sonst gibt es keine Abwechslung und im Gegensatz zu Monza, ging es in Mugello auch deutlich zivilisierter zu und her. Kollisionen und Ausrutscher gibt es immer, aber Szenen wie in Monza, wo ein Dutzend Fahrzeuge rauchend und fast in die Einzelteile zerlegt auf und neben der Strecke standen, gab es keine – zum Glück. Wenn man genug hatte von den Fahrzeugen auf der Strecke konnte sich im Fahrerlager umsehen oder sich in einem der Ausstellungspavillons die Sonderschauen ansehen. Wir finden dieses Konzept seht gut und zeigt, dass Ferrari schon seit Beginn vor gut 70 Jahren eine Sport- und Rennwagenmarke ist. Und als Ferrari- und Oldtimerfan konnte die Ausstellung wirklich begeistern.

Ferrari: Finali Mondiali 2019 in Mugello. Eine hervorragend gemachte Ausstellung mit ehemaligen Renn- und Sportwagen mit dem Cavallino Rampante

Gefahren wurde noch am Sonntagmorgen, nach der Mittagspause gab es dann die grosse Ferrari-Feier, ganz nach dem italienischen Gusto. Da feierte man sich selber mit viel Gerede, pompösen Gesängen und sonstigen Aktionen, die nicht jedermanns Geschmack sind. Da flog beispielweise ein Hubschrauber im Tiefflug über das Gelände und beim zweiten Überflug seilte sich eine Spezialeinheit der Polizei über der Startgeraden ab. Dann wieder Gespräche Ehrungen usw. Dann endlich nochmals Fahrzeuge auf der Strecke und am Schluss werden wie immer alle Fahrzeuge vor Start und Ziel auf der Strecke geparkt. Dazu flogen zwei Kampfjets im Tiefflug über die Strecke und beendeten das Finali Mondiali 2019. Zu dieser Zeremonie sind nur noch eigene Fotografen von Ferrari und ein paar ausgewählte TV-Teams zugelassen. Das ganz Spektakel mutet wirklich etwas seltsam an und man dachte ab und zu unweigerlich an eine Zeit vor gut 80 Jahren zurück. Aber den Italienern gefällts’s und so soll es auch sein, denn so eine Begeisterung wie die Italiener für Ferrari haben, gibt bei keiner anderen Automarke, nicht mal ansatzweise. Alle Infos zu den Fahrzeugen und Fahrern findet man auf der Website von Finali Mondiali.

7 Gedanken zu „Finali Mondiali – Ferrari Challenge Finale in Mugello (IT)

  1. Hallo Fredi,
    der absolute Supergau für jeden echten Ferraristi soll 2021 eintreten. Ferrari plant einen “SUV” mit dem Namen FERRARI PUROSANGUE zum Preis von 300`000 Euro. Geplant ist ein Hochdach Derivat des GTC4-Lusso Nachfolger F166 mit V8-Motor. Vier Sitze, vier Türen!!! ohne störende B-Säulen. Zwischen Motor und Getriebe, 8-Gang -DSG und dazwischen ein Hybrid-Baustein. Der soll 120Kw und 300Nm Dampf erzeugen. Dies ergibt eine Systemleistung von 723PS. Enzo Ferrari würde, wenn er könnte, sich im Grabe umdrehen. Auch Luca di Montezemolo soll sich geschüttelt haben. Der legendärste Sport und Rennwagenhersteller baut jetzt auch noch solch einen “Lastwagen” für “Chicorèe-Tussis” zum Shoppen. Mir graut jetzt schon davor. Eine Anhängerkupplung im Zubehör macht die Kathastrofe schon fast perfekt! Die Kundschaft im Osten oder aus der Wüste lässt grüssen! Einfach nur eine grauenhafte Vorstellung, das CAVALLINO auf einem SUV:
    SQUADRA BIANCO AZZURRO, Roland Hufschmid, 6024 Hildisrieden

    • Hallo Roland

      Man munkelt schon länger über so ein unsinniges Vorhaben. Wenn der tatsächlich gebaut wird, sinken meine Sympathien für diese Marke massiv. Aber ich habe mit neuen Fahrzeugen insgesamt Mühe, unabhängig von der Marke. Aber schauen wir, wird sicher genug Fans für diese Kiste geben.

      Herzliche Grüsse
      Fredi

  2. “Ein Fall für Zwei”,
    Ela und Freddy haben mal wieder zugeschlagen. Schöne Bilder aus Mugello. Mir persölich gefallen die alten Fahrmaschinen von Ferrari aber besser. Die fahrenden Plakatwände haben niemals mehr Enzos Gene. Die heiklen Motoren können nur noch mit dem Laptop zum Laufen gebracht und eingstellt werden. Der Fahrer ist dabei das grösste Risiko im Betrieb. Den kann man nur bedingt “tunen”. Die ausgestellten Fahrzeuge sind jedoch ein echter Hingucker und tolle Fotos wert. Die Show mit Militär finde ich in der heutigen Zeit komplett daneben, obwohl im derzeitigen Formel-1 Team ein starker General bitter nötig währe. Es wäre besser nach den vielen Flops dieses Jahr, das Feiern etwas zurückhaltender zu handhaben. Dass wir Fans die Marke Ferrari lieben ist keine Frage. Doch geraten die speziellen Ferrari-Events zunehmend zu “Cüpli-Veranstaltungen” für reiche bis sehr reiche Herren, die gerne unter sich feiern. Das gemeine Fussvolk hat da wenig zugang. Dass die Besitzer der sündhaft teuren Renngeräte wenig rücksicht auf ihre Autos nehmen müssen, verdanken sie ihrer gut gefüllten Brieftasche und den treuen Mechanikern. Selber schrauben braucht in dieser Liga keiner.Für Ferrari scheint die Austragung solcher Plausch-Rennserien sehr profitabel zu sein. Da bleibe ich lieber bei Meinesgleichen und behalte Gabelschlüssel und Ratsche in den öligen Händen. Es selber zu schaffen gibt enorme Befriedigung und stärkt auch die Hirnzellen. Aber wie sagte Freddy schon im letzten Jahr, über den Tellerrand schauen schadet ja nicht. In diesem Sinne frohe Festtage und ein gelungenes neues Jahr.
    SQUADRA BIANCO AZZURRO, Roland Hufschmid, 6024 Hildisrieden

    • Hallo Roland

      Du hast die Situation genau erkannt. Aber Ferrari war noch nie eine Marke ‘fürs gemeine Volk’, obschon es immer Modelle gab, die sich jemand mit etwas besserem Einkommen leisten konnte. Die Autos heute sind schon sehr komplex und dadurch auch in einem gewissen Sinne teuer und nicht mehr für den Mann von der Strasse. Aber sie faszinieren trotzdem und ich finde es gut, dass Ferrari bei seinen Wurzeln bleibt und Sport- und Rennwagen baut. Ich hoffe nicht, dass sie eines Tages auch noch so einen unsäglichen SUV bauen, dann wären sie für mich auch nur noch eine Automarke wie alle anderen, einfach auf einem anderen Niveau. Aber bleiben wir zuversichtlich. Auch Euch frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr.

      Herzliche Grüsse
      Fredi Vollenweider und Team DREAM-CARS.CH

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