Arosa ClassicCar, 03. – 06.09.2020

 

Die 16. Arosa ClassicCar, vom 03. bis 06. September 2020 ausgetragen, war der erste grosse rennsportähnliche Oldtimerevent dieses Jahres in der Schweiz. Lange war ungewiss, ob die Arosa ClassicCar auch tatsächlich durchgeführt werden kann, denn selbst wenn grundsätzlich kein Verbot bestand, waren die Auflagen doch hoch. Das Team arbeitete aber über viele Woche hart an einem Konzept, welches die Durchführung ermöglichen sollte, wenn auch unter ganz anderen Umständen als üblich. Der Event war ganz klar für die Fahrer konzipiert, Zuschauer waren grundsätzlich erlaubt, aber nur entlang der Strecke. Das Fahrerlager und auch die benachbarte Eventhalle waren nur für die Teilnehmer und deren Begleiter mit entsprechendem Badge offen, es gab weder Tribünen noch Verpflegungsmöglichkeiten für Besucher. Auch die Speaker Detlef Krehl und Gieri Maissen fehlten. Zusätzlich bestand auf dem Gelände grundsätzlich Maskenpflicht, bei Einhaltung der Abstände durfte man aber glücklicherweise darauf verzichten. Auch auf den traditionellen Auftakt, den Corso durch Arosa am Donnerstagabend, wurde verzichtet. Soweit die Theorie, die ja so oft erheblich von der Realität abweicht. Aber es zeigte sich, dass das Konzept sehr gut durchdacht war und die Auflagen erfüllt werden konnten. Ein Beweis ist ein Bild des Fahrerlagers, in dem in früheren Jahren jeweils sehr viel los war. Einzig die Bar gab es, aber selbst die sonst so beliebten Taxifahrten fielen den Bestimmungen und Auflagen zum Opfer.

Arosa ClassicCar 2020, Fahrerlager

Arosa ClassicCar 2020. Das Fahrerlager war fast menschenleer

Jetzt könnte man meinen, dass sich der Besuch der Arosa ClassicCar dieses Jahr gar nicht gelohnt hat. Weit gefehlt. Für die Fahrer war der Event gar nicht so anders wie in der Vergangenheit und die wenigen Zuschauer in den dafür vorgesehenen Zonen, kamen voll auf ihre Rechnung. Entlang der Strecke, vor allem in der Region von Litzirüti, waren entlang der Strecke sehr viele Zuschauer anwesend, welche das Geschehen auf der Strecke verfolgten. Der Aufwand hat sich sicherlich gelohnt und es ist dem OK mit seinen vielen Helfern gelungen, trotz der widrigen Umstände einen Top-Event durchzuführen. Wie immer, startete der Freitag mit den Trainingsläufen und das bei Bedingungen, wie sie eher selten sind an der Arosa ClassicCar. Es herrschte eitel Sonnenschein bei sehr milden Temperaturen. Der Veranstalter fasst die 3 Tage wie folgt zusammen.

Freitag – Trainingstag
Die Rahmenbedingungen für den Trainingstag am Freitag waren perfekt – strahlendblauer Himmel, Sonnenschein und gute Stimmung bei den Fahrern. Höchst konzentriert und voller Vorfreude wurden die beiden Trainingsfahrten absolviert.

Samstag – Renntag 1
Bereits am frühen Morgen waren laute Motorgeräusche zu hören, während die Fahrzeuge von Arosa nach Langwies überführt wurden. Die Rennläufe verliefen alle ohne grössere Zwischenfälle. Kurz vor dem Mittag gab es einen Unfall, welcher glücklicherweise nur mit einem Blechschaden endete. Das Rennen wurde wegen der Beseitigung von Ölflecken kurz unterbrochen. Anschliessend konnten die Wertungsläufe weitergeführt werden. Am Streckenrand zwischen Langwies und Arosa hatte es gegenüber den Vorjahren deutlich mehr Schaulustige, welche das ganze Spektakel in ihren Campingstühlen oder wandernd beobachteten und die einzigartigen Fahrzeuge bestaunten. Der Aufruf, den Anlass entlang der Strecke und nicht im Pulk im Dorf Arosa zu besuchen, fruchtete. Das Corona-Schutzkonzept konnte ohne Zwischenfälle umgesetzt und eingehalten werden. Endlich hat wieder einmal ein Event stattgefunden – dies hat allen Zuschauern sehr gefallen. Abgerundet wurde der erste Renntag mit dem Race Dinner in der Eventhalle.

Sonntag – Renntag 2 & Preisverteilung
Trotz weniger Sonnenschein am zweiten Wertungstag, konnten sich die Fahrer an einem wunderbaren zweiten Renntag erfreuen. Eines der heutigen Highlights war der Einheimischen-Corso am Nachmittag. Die Einheimischen durften mit ihren Oldtimer eine Fahrt auf der gesperrten Rennstrecke von Langwies nach Arosa geniessen. Nach dem letzten Wertungslauf folgte direkt im Anschluss um 17.30 Uhr die Preisverteilung in der Eventhalle. Die grossen Gewinner der 16. Arosa ClassicCar heissen Thomas Amweg in der Competition Formula Kategorie und Florian Feustel in der Competition Kategorie. Als schnellste Zeit gilt 4:06,47, welche durch Thomas Amweg erreicht wurde. Diese liegt nur knapp hinter seinem letztjährigen Streckenrekord. Gewinner der Regularitätskategorie Classic Trophy ist Hans Orsatti und der Gewinner der Regularitätskategorie Sport Trophy ist André Treina. Den Damenpreis gewinnt Sue Darbyshire aus dem Vereinigten Königreich mit der schnellsten Laufzeit.

Arosa ClassicCar 2020, Competition, 401 - 512. Thomas Amweg mit dem Martini-BMW MK 50 03 aus dem Jahr 1988. Der 2 Liter-Motor leistet 300 PS

Arosa ClassicCar 2020, Competition, 401 – 512. Thomas Amweg mit dem Martini-BMW MK 50 03 aus dem Jahr 1988. Der 2 Liter-Motor leistet 300 PS

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass es keine nennenswerten Unfälle gab. Trotz den wenigen Zuschauern an der Strecke in Arosa war die Strecke natürlich perfekt gesichert. Den einen oder anderen Rempler gab es, aber es blieb bei Materialschaden. Für einen Schreckmoment sorgte ein Funkspruch mit dem Wortlaut: Fahrzeug geriet ins schleudern und rutschte brennend über die Streckenbegrenzung in den Wald. Unverzüglich rückten die Polizei und Rettungskräfte aus und waren innert kürzester Zeit am Unfallort. Glücklicherweise war es aber längst nicht so schlimm, wie befürchtet. Der Fahrer rutsche wahrscheinlich auf dem Öl des eigenen Fahrzeugs aus und kurz vor dem Stillstand, rutschte der Wagen vor dem Posten 49 einige Meter über die Strecke hinaus. Das heisse Öl entwickelte eine starke Rauchentwicklung und der Fahrer blieb unverletzt. Auch wenn das Fahrzeug beschädigt wurde, ging dieser Zwischenfall glimpflich aus. Erwischt hat es auch Walter Lais aus Esslingen mit seinem Ferrari 512M. Zwischen Posten 31 und 32 brach am Samstag im ersten Lauf die hintere linke Aufhängung. So ein Schaden lässt sich natürlich nicht einfach auf Platz beheben. Das Bild bei der Durchfahrt am Posten 30 entstand wenige Sekunden nach dem Ausfall.

Arosa ClassicCar 2020. Die gebrochene Aufhängung am Ferrari 512M

Arosa ClassicCar 2020. Die gebrochene Aufhängung am Ferrari 512M

Wettermässig wurde man richtig verwöhnt, vor allem am Freitag und Samstag. Das kann man sicher als Entschädigung für die coronabedingten Einschränkungen betrachten. Für den Samstagnachmittag war zwar etwas Regen vorhergesagt, es blieb aber taqsüber trocken und mild, erst in der Nacht regnete es. Am Sonntagmorgen war es dann merklich kühler, aber trocken. Im Laufe des Vormittags bildeten sich im oberen Streckenteil Nebelbänke mit Sichtweiten von stellenweise unter 50 Metern, aber auch der Sonntag blieb mit Ausnahme von einigen wenigen Regentropfen am späteren Nachmittag trocken. So geht die 16. Arosa ClassicCar trotz den erschwerten Bedingungen als erfolgreicher Event in die Geschichte ein. Es zeigte sich auch hier, dass sich Engagement, Kreativität und Wille, durchaus lohnen. Wir möchten an dieser Stelle dem OK und dem gesamten Team, den vielen Helfern und Streckenposten, ganz herzlich für diesen wirklich gelungenen Event danken. Hoffen wir, dass die 17. Arosa ClassicCar wieder unter den normalen gewohnten Bedingungen durchgeführt werden kann. Termin ist der 2. bis 5. September 2021. See you in Arosa next year. Alle weiteren Infos zum Event gibt direkt bei www.arosaclassiccar.ch.

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