Auto e Moto d’Epoca Padua 2021

Vom 21. bis 24. Oktober 2021 fand in der norditalienischen Stadt Padua die bereits 38. Durchführung dieser beliebten Messe statt. Nicht nur aus Italien, aus ganz Europa kommen die Besucher angereist, trotz den noch immer unsäglichen Covid-Massnahmen. Auf den 115’000m2 Ausstellungsfläche mit insgesamt 11 Hallen bekamen die Besucher wirklich alles zu sehen, was das Oldtimerherz begehrt. 1’600 Aussteller und rund 5’000 Autos konnten besichtigt werden, mehr als je zuvor. 2019 war der bisherige Besucherrekord mit rund 130’000 Eintritten an den 4 Tagen. Dann kam 2020 das erste Corona-Jahr mit einem Rückgang der Aussteller um etwa 30% und etwa 70’000 Besuchern. 2021 wurden wieder deutlich mehr Eintritte registriert, es dürften aber doch weniger gewesen sein als im Rekordjahr 2019.

Auto, Moto, Epoca, Padua

Das grosszügige Freigelände

Die Auto e Moto d’Epoca einfach nur besuchen wäre zu wenig, man muss diese Messe erleben. Im Vergleich zu anderen Messen bietet Padua noch den Charme von Oldtimerbörsen aus vergangenen Jahrzehnten. Zwei Hallen sind nur für Anbieter von Ersatzteilen und Zubehör reserviert. Auch vor den Hallen sind viele Händler unter dem Vordach, da stehen Wühlkisten mit Teilen, wo nur der Spezialist erkennt, was es ist. Auch wenn man sich die ganzen 4 Tage Zeit nimmt, man kann nicht alles sehen, muss man auch nicht, man kann sich daraus herauspicken, was gefällt. Wie jedes Jahr gibt es diverse Sonderausstellungen zu bestimmten Themen, es finden Podiumsgespräche und Interviews statt. Das Italienische einigermassen zu verstehen bietet da natürlich einen grossen Vorteil. Eine Sonderschau war in Halle 4 dem grossen Designer Bertone gewidmet. Eigens dafür wurden 16 Prototypen in Padua gezeigt. ACISTORICO, in Pavillon 3, feierte das Goldene Zeitalter des Superturismo  mit großen Fahrern und Autos der 80er und 90er Jahre wie dem Alfa GTA von 1992 von Alessandro Nannini und dem  BMW M3 2500 von 1992 von Roberto Ravaglia. Auf dem ACI-Stand befand sich auch die Ausstellung Lancia Endurance: L’avventura in pista di Lancia Martini (Lancia Endurance: Abenteuer auf der Rennstrecke von Lancia Martini), deren Protagonisten die drei Lancia-Rennwagen der Fondazione Macaluso sind: Der Beta Montecarlo, der  LC1 und der  LC2, echte Motorsport-Ikonen der Achtziger in der klassischen Martini Racing Lackierung. Darüber hinaus wurden 10 Moto Guzzi-Motorräder ausgestellt, eines für jedes Jahrzehnt der traditionsreichen Marke Made in Italy.

Ferrari, Rainbow, Padua

Auto e Moto d’Epoca Padua, 21. – 24. Oktober 2021. Der 1976 gebaute Ferrari RAINBOW mit versenkbarem Stahldach. Dieses Feature ging bei Ferrari erst mit dem Modell 458 Spider in Serie – 35 Jahre später.

Eine weitere Sonderausstellung hiess L’ITALIA CHE VINCE LE CORSE (Italien gewinnt das Rennen). Da wurden ein paar ganz rare Rennfahrzeuge ausgestellt. Realisiert wurde diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit MAUTO (Museo Nazionale dell’Automobile  und der Veloce Classic Collection of London. Zu sehen waren ein Lancia-Ferrari D50 von 1955, mit dem Juan Manuel Fangio 1956 seinen 4. Weltmeistertitel feiern konnte. Angetrieben wird der Lancia-Ferrari von einem 2,5 Liter-V8 aus dem Hause Ferrari. Aus dem Jahr 1928 stammt der Maserati Tipo 26B, natürlich auch in der italienischen Rennfarbe lackiert: Rosso Corsa. Das älteste Fahrzeug dieser Sonderausstellung war der Fiat F-2 Grand Prix von 1907. Der Wagen wurde extra für den französischen GP bei Dieppe gebaut, wo der imposante Rennwagen am 2. Juli das Rennen gewinnen konnte. Eine Hubraumbegrenzung gab es damals nicht, hingegen durften die Rennwagen maximal 30 Liter Benzin auf 100km verbrauchen (ob es damals schon Grüne gab?? 😉 ). Die Fahrer, Vincenzo Lancia, Felice Nazaro und Louis Wagner, mussten also behutsam umgehen mit dem Gaspedal, aber trotzdem schnell sein. Insgesamt legten die 3 Fahrer eine Renndistanz von knapp 770km zurück. Das ergibt bei einer Fahrzeit von 6:46:33,0 h eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 113,45 km/h. Der Motor mit einem Hubraum von 16,277 Liter hat 4 Zylinder und leistet 110 PS.

Fiat, F-2, Auto, Moto, Padua

Auto e Moto d’Epoca Padua, 21. – 24. Oktober 2021. Der imposante Fiat F-2 Grand Prix aus dem Jahr 1907.

Und wie an jeder Messe trifft man immer viele Bekannte, je mehr man trifft, je mehr Zeit nehmen die Gespräche in Anspruch. Das macht einen Messebesuch aber spannend und interessant und man erfährt immer wieder Neuigkeiten aus der Szene. Auf dem Freigelände, mittendrin, trifft man seit vielen Jahre den Österreicher Arthur Piskernik, der immer eine seiner selbstgebauten ‘Alten Tanken‘ ausstellt und anbietet. Auch in der Halle wurde man immer freundlich empfangen, wie hier am Stand von Ariella Mannucci und Flavia Munari.

Von links: Ariella Mannucci, Ela Lehmann, Flavia Munari

Auto e Moto d’Epoca Padua, 21. – 24. Oktober 2021

Wieder eine schöne Messe war viel zu schnell vorbei und man darf auf nächstes Jahr hoffen, dass es wieder so sein wird wie vor Corona. Alle weiteren Infos, Termine usw. gibt es direkt auf der Webseite des Veranstalters.

3 Gedanken zu „Auto e Moto d’Epoca Padua 2021

  1. Toller Bericht und schöne Bilder von einer Veranstaltung, die ich in diesem Jahr besuchen wollte. Nur, da ist halt Corona … Bleibt mir die Vorfreude auf 2022, wo hoffentlich Vieles wieder so läuft wie vor Corona. Danke für Euren schönen Report, ist ein wenig so, wie selbst dabei gewesen zu sein.

    • Hallo Juergen

      Danke für Deinen Kommentar. Ja, Du sagst es, hoffentlich bald wieder alles normal, aber es braucht noch Geduld bis sicher nächsten Sommer. Aber dafür geniessen wir es dann doppelt und dreifach 🙂 Bis bald und Dir noch einen schönen Abend.

      Herzliche Grüsse
      Fredi, Ela + Team DREAM-CARS.CH

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