Auto e Moto d’Epoca Bologna, 26. – 29. 10.23

Letztes Jahr fand die Auto e Moto d’Epoca zum letzten Mal in Padua statt und ein Umzug nach Bologna war angekündigt. Der Grund ist, dass das Gelände in Padua anderweitig genutzt wird und somit das Platzangebot nicht mehr ausreichte. Und genau das ist es aber, was die Messe braucht, Platz. Deshalb entschieden sich die Organisatoren die Messe künftig in Bologna durchzuführen, denn das dortige Messegelände ist massiv grösser und auch moderner. Schon vor Monaten sagte uns Davide Accorsi, dass das Messegelände bereits ausgebucht sei. 

Doppelt so grosser Ausstellungsbereich

Die Ausgabe 2023 stellt einen Wendepunkt dar, der es der italienischen Oldtimerwelt ermöglicht, ihr gesamtes Potenzial umzusetzen. Vor der neuen Kulisse BolognaFiere verdoppelt die Oldtimermesse nämlich neben über 14500 überdachten Parkplätzen für Besucher und Aussteller die verfügbaren Ausstellungsbereiche mit insgesamt 235 000 m², welche 11 Hallen und 4 Eingänge aufweisen. Eine wichtige Neuheit ist dieses Jahr die Einführung einer ganzen Halle, der Halle 21, die ausschließlich Oldtimermotorrädern gewidmet ist, eine eigene „Messe in der Messe“.

Da durfte man sich also wirklich freuen und die Erwartungen an die 40. Auto e Moto d’Epoca waren dementsprechend gross. Wie schon in Padua war der erste Tag gedacht für Fotografen, Journalisten und Gäste, eine gute Sache, denn durch den Eintrittspreis von EUR 50.00 kommen entsprechend weniger ‘normale’ Besucher an diesem Tag. Bologna hat rund 400’000 Einwohner, fast doppelt so viele wie Padua. In Padua kannte man nach den vielen Jahren auch das eine oder andere feine Restaurant. Bologna muss man erst kennen lernen. Damit kein Stress aufkommt, reisten wir bereits am Mittwochnachmittag an und schauten uns nach einem einladenden Restaurant um das gut, günstig und strategisch vorteilhaft liegt. Ein frommer Wunsch, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt. Nach dem Einchecken kurz Mr. Google konsultiert nach dem schnellsten Weg zur Messe gefragt. 7 Kilometer durch die Stadt oder 8.5km über die Tangenziale. Die nette Dame an der Reception sagte, man solle den kürzeren Weg nehmen, denn über die Tangenziale gäbe es immer Stau. Also schauten wir uns den empfohlenen Weg an und zufällig bemerkten wir einen Eintrag ‘Victoria Station’, ein Restaurant direkt am Weg zur Messe, 2.5km vom Hotel entfernt. Sah alles sehr gut aus und wir buchten einen Tisch. Besser hätte es nicht sein können, super cooles Restaurant, sehr freundliches Personal, excellentes Essen zu wirklich fairen Preisen. Von aussen nicht zu übersehen.

Ristorante Pizzeria Victoria Station in Bologna

Bei so einem Start konnte einem erfolgreichen Messebesuch eigentlich nichts mehr im Wege stehen und wir nahmen am Donnerstag den ersten Tag in Angriff. Die erste angenehme Erfahrung ist das grosse Parkhaus unmittelbar beim Eingang Nord. Nach dem Parken ist man innert 3 Minuten auf dem Messegelände. In Padua konnte das schon mal eine oder gar 2 Stunden in Anspruch nehmen. Beim Betreten der grossen Hallen 28, 29 und 30 ist einem sofort die Grösse aufgefallen. Die Hallen sind sehr hell und freundlich, die Ausstellung ist äusserst gepflegt und deutlich gehobener als in Padua. Allerdings fehlt in Bologna etwas der Charme, den die alten Hallen in Padua versprühten. Aber das ist Geschichte und wir wollen uns auf die neue Auto e Moto d’Epoca konzentrieren. Insgesamt wurden fast 7’000 Autos präsentiert, teils von Händlern, teils von privaten Anbietern. Das Angebot bot ein sehr breites Spektrum, natürlich mit Schwergewicht auf italienische Fahrzeuge. Aufgefallen sind viele Ferraris neueren Datums, auch viele sehr neue Fahrzeuge waren ausgestellt. Ein Trend, den man auch an anderen Messen beobachten kann. Das mag den einen oder anderen Fan von Classic Cars vielleicht etwas verärgern, aber man muss sich diese Autos ja nicht anschauen, denn die Classic Cars waren doch in der grossen fast unüberschaubaren Überzahl. Aufgefallen sind uns einige Lancia Aurelia B24 Spider America, etliche Lamborghini Miura und viele Fiat-Derivate, die man hierzulande nicht kennt. Es ist erstaunlich, dass diese Autos teilweise nach Jahrzehnten wieder auftauchen und angeboten werden, die Preise sind aber meist sehr hoch angesetzt. Für einen sehr schönen Peugeot 203, schwarz, im Topzustand, wurden 34’000 Euro aufgerufen. Auch wenn viel in den Wagen investiert wurde, dürfte der realistische Verkaufspreis bei etwa der Hälfte liegen. Aber versuchen kann man es ja. Es gab aber auch faire Angebote, wie beispielsweise einen Fiat Panda 4×4 aus den frühen Neunzigerjahren, optisch im perfekten Zustand, für 8’500 Euro. Eine Messe widerspiegelt oft nicht den realen Markt und man darf die vielen Verkauft-Schilder da und dort anzweifeln.

Auto e Moto d’Epoca Bologna, 26. bis 29. Oktober 2023. Den Verkaufspreis des Jaguar XJ 220 erfuhren wir leider nicht.

Klar soll eine Messe den Verkäufern eine Plattform bieten, ihre Produkte und Dienstleistungen anzubieten, eine Messe ist aber auch immer Treffpunkt für Gleichgesinnte und man erfährt so manches. Ein beliebter Treffpunkt ist immer die Alte Tanke von Arthur Piskernik, da trifft man sich bei einem Glas Wein, Speck und Salami und hat es einfach lustig. So muss das sein, das gefällt. Am Eröffnungstag war bis 18.00 Uhr geöffnet, das reichte für die Hallen 28-30 sowie 25 und 26. Auf dem grosszügigen Freigelände zwischen den Hallen gab es zahlreiche Verpflegungsmöglichkeiten und wir waren gespannt wie das sein wird, wenn deutlich mehr Besucher auf dem Gelände sind. Aber schon für den Donnerstag waren doch recht viele Besucher da. Es gab diverse Aktivitäten, wie z.B. die Enthüllung des neuen Alfa Romeo 33 Stradale. Von diesem Supersportwagen werden 33 Exemplare hergestellt. Wie wir von den Verantwortlichen erfahren haben, sollen 4 Fahrzeuge in die Schweiz verkauft worden sein. Auch die übrigen 29 haben schon einen Besitzer. Da darf man gespannt sein, wann der erste auf dem freien Markt auftauchen wird. Der Alfa Romeo 33 Stradale in der Neuauflage ist das erste Projekt der frisch gegründeten Alfa-Abteilung Bottega, die besondere Autos für besondere Kunden entwickeln soll. Trotz der Kleinstserie von nur 33 Fahrzeugen gibt Alfa Romeo den Kunden die Wahl zwischen Verbrenner- oder Elektroantrieb. Beide Antriebe sorgen für einen Spurt auf Tempo 100 in unter drei Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 333 km/h. Was kostet den vermögenden Kunden diese Freude auf vier Rädern? So genau weiss die Allgemeinheit das nicht, aber man sagt, es seien mindesten 3 Millionen.

Auto e Moto d’Epoca Bologna, 26. bis 29. Oktober 2023. Er gefällt, der neue Alfa Romeo 33 Stradale

Was ist uns sonst noch aufgefallen an der ersten Auto e Moto d’Epoca in Bologna. Die Messe ist gepflegter und ‘erwachsener’ geworden, wenn wie schon erwähnt der Charme nicht mehr der gleiche ist. Viele Anbieter, die man in Padua schon immer gesehen hat, sind auch in Bologna vertreten. Im Bereich des Eingangs Süd waren exquisite Exponate von grossen Museen zu bewundern, so ein Amedée Bollée von 1873, ein Monster auf Rädern. Ein Automobil, welches mit Dampfantrieb auf den Strassen von Le Mans und Paris verkehrte, viele Jahre vor den ersten Schöpfungen von Daimler und Benz. Auch einer der beiden Bugatti Typ 251 aus der Collection Schlumpf war ausgestellt. Auf weitere Fahrzeuge möchten wir hier nicht eingehen, aber es dürfte mit Sicherheit für jeden Geschmack Exponate gegeben haben. Wir haben die Verpflegungsmöglichkeiten erwähnt, von denen es zahlreiche gab, dennoch gab es lange Warteschlangen. Das war sicher auch dem sehr schönen Wetter mit fast sommerlichen Temperaturen geschuldet. Wir sprachen mit einigen Händlern und befragten sie, wir erhielten von allen die gleiche Antwort: Sehr viele Leute, man nennt sie auch ‘Sehleute’, aber kein Geld. Die Kauflust schien sich vorwiegend auf den gastronomischen Bereich zu konzentrieren. Diese Befragung von uns war natürlich nicht repräsentativ und wir reisten auch schon am Samstag nach Mittag ab nach Mugello, ans Finali Mondiali der Ferrari Challenge im nicht weit entfernten Mugello. Erfolgreich war die erste Auto e Moto d’Epoca in Bologna sicher. Der Freitag verzeichnete 35% mehr Besucher als jeweils ein Freitag in Padua. Aber eine wirklich erfolgreiche Messe muss für alle stimmen, das Publikum, den Veranstalter, aber auch die vielen Händler. Denn wenn da der Erfolg ausbleibt und die Erwartungen nicht erfüllt werden, werden sich vor allem ausländische Anbieter weitere Teilnahmen genauer analysieren. Was aber alle sagten, dass es eine schöne Messe war und sich die Reise nach Bologna jedenfalls gelohnt hat. Sobald wir die Zahlen vom Veranstalter bekommen, werden wir diese hier publizieren. Alle weiteren Informationen gibt es wie immer auf der Webseite des Veranstalters. Und für nächstes Jahr gibt es bereits eine Überraschung.

Fredi Vollenweider, Ela Lehmann, 29.10.2023

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