Zwischen 1923 – 1933 fanden 6 Bergprüfungsfahrten auf der Bergstrasse von Gisikon – Root hinauf zum Michaelskreuz statt. Es starteten vorwiegend Motorräder und Rennfahrräder. Bekanntheit erlangte jedoch Alois Muff aus Hellbühl im Kanton Luzern, der als Vorfahrer zur Eröffnung des letzten Rennens am 9. Juli 1933 mit seinem Bugatti 35 gegen einen Baum fuhr. Man scherzte damals ‚Muff kam ans Rennen mit einem Bugatti und kehrte zurück mit einem ‚Gabutti‘.
Alois Muff, der auch ein begabter Volksmusiker war, überstand diesen Zwischenfall ohne grössere Blessuren. Viel ist von Alois Muff heute leider nicht mehr bekannt und sein früher Tod 1939 mit nur 34 Jahren wurde nie richtig aufgeklärt.
Der Zwischenfall mit Alois Muff bedeutete das Ende der Michaelskreuz-Rennen und es sollte über 70 Jahre dauern, bis wieder Rennmotoren auf der 3,8 km langen Strecke dröhnten, mit dabei auch der originale Bugatti, mit dem Muff damals teilnahm. Inzwischen natürlich längst instandgestellt und von Hans Matti mit der Startnummer 1 (ist Ehrensache) gefahren.
Ein paar Interessierte Enthusiasten sorgten im Jahr 2004 dafür, dass die Michaelskreuz-Rennen nicht komplett in Vergessenheit geraten und gründeten den ‚Freundeskreis Erinnerungsfahrt Michaelskreuz-Rennen 2005‘. Das Initiativkomitee besteht aus Bernhard Brägger, Organisator der letzten 3 Klausenrennen-Memorials, Hans Robert Bründler, Gründungspräsident des Oldtimer Club Innerschweiz und dem Historiker Fritz Brun aus Root. Der Freundeskreis wird als Verein geführt und am 6. und 7. Oktober 2007 ist bereits die nächste Veranstaltung geplant.
Nun aber zur Veranstaltung vom 8./9. Oktober 2005. Rund 160 Fahrzeugen aus den letzten 100 Jahren Verkehrsgeschichte nahmen teil und obwohl die Fahrt hinauf zum Michaelskreuz kein Rennen war, gaben die Fahrer zur Freude der vielen Zuschauer aber trotzdem richtig Gas. Vor allem die Freunde von Vorkriegsfahrzeugen kamen auf ihre Rechnung. Neben einem halben Dutzend Bugatti waren auch viele englische Fahrzeuge wie Riley, MG, Alvis usw. am Start.
Die Alois Muff-Gedenkfahrt war ein voller Erfolg, zu dem sicher auch das Prachtswetter mit beinahe sommerlichen Temperaturen beitrug. Überschattet wurde die Veranstaltung jedoch von einem tragischen Todesfall am Samstag. Ein Motorradfahrer erlag im Ziel einem Herzanfall, obwohl die Rettungskräfte in kürzester Zeit vor Ort waren und Hilfe leisteten, leider vergeblich.
Wir behalten das 1. Michaelskreuz-Bergrennen der Neuzeit trotzdem in guter Erinnerung und hoffen auf die angekündigte Austragung in zwei Jahren