Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival 2018 (DE)

Zu Ehren des am 7. April 1968 auf dem Hockenheimring tödlich verunglückten Jim Clark findet jährlich im April die Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival statt. Auch dieses Jahr haben wir den Event, der vom 20. bis 22. April 2018 stattfand, wieder besucht und wir haben uns speziell darauf gefreut, waren doch sommerliche Wetterverhälrnisse zu erwarten. So war es denn tatsächlich auch, über die ganzen 3 Tage herrschte eitel Sonnenschein und schon am Morgen war es angenehm mild. So macht es wirklich Freude, sowohl uns Fotografen, wie auch den Teilnehmern und natürlich den rund 25’000 Zuschauern – ein Rekord an der Bosch Hockenheim Historic. Mit diesen Zahlen dürften alle eine positive Bilanz aus diesem Anlass ziehen. Der Event verlief ohne grössere Zwischenfälle, dennoch geriet der Zeitplan aber in Verzug und da am Sonntag nur bis 18.00 Uhr gefahren werden darf, mussten die letzten Läufe dann etwas gekürzt werden. Aber so ist das im Rennsport, man kann nichts vorhersehen und muss sich mit den Tatsachen und Gegebenheiten abfinden und das Beste daraus machen, was aber für die Organisatoren kein Problem darstellte. Wenn ein Auto wegen eines Drehers oder aufgrund technischer Probleme an einer ungünstigen und gefährlichen Stelle liegenbleibt, hat Sicherheit oberste Priorität und so kann die Bergung unter Umständen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Hockenheim Historic

John Reaks dreht sich mit seinem Dallara in der Bernie Ecclestonekurve, eingangs der Parabolika

Es gibt verschiedene Rennserien, die anlässlich der Hockenheim Historic ihre Läufe austragen, daneben finden aber auch Demonstrationsläufe und Showfahrten ohne Zeitmessung statt. Mit einem Klick auf die jeweilige Serie bekommt man Informationen und Details direkt auf der Website der Hockenheim Historic.

Für Vielfalt und Abwechslung war also gesorgt. Der Freitag stand für Testfahrten und Qualifyings zur Verfügung und am Samstag und Sonntag wurden jeweils ab 09:00 Uhr die ersten Durchgänge gestartet. Im Vergleich mit früheren Austragungen der Bosch Hockenheim Historic ist uns aufgefallen, dass mittlerweile kein einziges Vorkriegsfahrzeug mehr am Start war. Es zeigt sich also auch im Rennsport, dass der Trend zu eher neueren Fahrzeugen führt, von denen es dieses Jahr auffällig viele hatte. Da der Event auch ‘Das Jim Clark Revival’ heisst und zu Ehren des 1936 geborenen Jim Clark durchgeführt wird, kann man durchaus damit einverstanden sein, denn Clark fuhr sein erstes Rennen 1956 mit einem geliehenen DKW. Aber auch ohne die ganz alten Fahrzeuge vermittelt der Event richtige Rennatmosphäre und die BOSS GP, dieses Jahr mit deutlich mehr Fahrzeugen, vermittelt einen Hauch modernen Formel 1 Rennsport – akustisch wie optisch.

Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival

Phil Stratford auf einem Benetton F1 B197 in der Bernie Ecclestone-Kurve

Auch neben der Strecke gab es zahlreiche Attraktivitäten. Im Zentrum standen natürlich Aktivitäten rund um Jim Clark und seinen tragischen Tod vor genau 50 Jahren. Es gab Führungen zur Gedenkstätte mit einer Kranzniederlegung und am Sonntag genau um 14:48h eine Gedenkminute. Die genauen Umstände des Unfalls sind bis heute nicht genau geklärt und es gibt auch praktisch keine Augenzeugen des Unfalls. In einem Zelt gab es eine Sonderausstellung zum Thema Jim Clark, mit vielen Exponaten und auch einigen Fahrzeugen, mit denen der 2-fache Weltmeister damals fuhr. Gut und informativ gemacht. Es gibt Stimmen die sagen, dass Jim Clark der grösste Rennfahrer aller Zeiten sei. Schwierig zu sagen, aber sicher war er ein absolutes Ausnahmetalent und das Duo Colin Chapman von Lotus und Jim Clark war sicher etwas, was es danach nicht mehr gab. Ein anderes ’50-Jähriges’ wurde im Zelt des Race Club Germany gefeiert, nämlich 50 Jahre Brixner Spyder. Kurt Brixner, ein Stuttgarter Unternehmer, tätig in der Kunststoffbranche, baute ab 1968 den berühmten Brixner Spyder, basierend auf einem NSU TT oder TTS. Auf die Bodengruppe kam eine eigene Kunststoffkarosserie und so entstand ein einfacher, robuster, zuverlässiger und günstiger Rennwagen, ideal für Bergrennen. Insgesamt wurden etwa 80 Fahrzeuge hergestellt und zum Jubiläum kamen 16 zur Hockenheim Historic. Kurt konnte gleich noch ein Jubiläum feiern, er wurde am 7. Januar 2018 80 Jahre alt. Wenn man ihn sieht und erlebt, immer engagiert und in Bewegung, muss man neidlos sagen, dass er eigentlich noch immer jugendlich ist, stets gut gelaunt und immer für einen Spass zu haben. Am Freitagabend fand auf der Start- und Zielgeraden ein Fotoshooting mit 5 Fahrzeugen und den Besitzern statt, dass liessen wir uns natürlich nicht entgehen.

Kurt Brixner

Kurt Brixner und Ela Lehmann auf Kurt’s Spyder

In Hockenheim trifft man auch immer auf viele Schweizer, bei den Teilnehmern wie auch bei den Zuschauern. Einem Schweizer gelang sogar der Sieg, Bruno Weibel erzielte mit dem roten Lotus 22 mit der Startnummer 68 den Gesamtsieg in der FIA Lurani Trophy. Diese kleinen Renner haben Motoren mit lediglich 1’100 ccm. Ins Leben gerufen wurde diese Rennserie 1958 von Graf Johnny Lurani mit dem Ziel, eine Rennserie für Neueinsteiger zu schaffen, die italienischen Fahrern als Sprungbrett in die Formel 1 dienen sollte. Die Serie etablierte sich schnell und viele berühmte Fahrer wie eben Jim Clark, John Surtees, Denis Hulme, Jochen Rindt, Mike Hailwood und Mike Spence starteten ihre Karriere in der Lurani Trophy. Bereits 1975 wurde diese Rennserie, die Formula Junior, in der historischen Klasse wiederbelebt und erfreut sich seither grosser Beliebtheit. Weniger gut lief es Toni Seiler, der wieder mit seinen beiden Lola T70 in der Canadian-American Challenge, oder kurz Can-Am, am Start war. Leider erlitt der hellblaue geschlossene Wagen, der T70 Mk II, bereits am Freitag einen Motorschaden und konnte die Rennläufe nicht bestreiten. Schon am Samstag kam aber aus Holland ein neuer Motor und bis zum nächsten Einsatz vom 26./27. Mai 2018 in Zolder ist der wunderschöne Wagen wieder auf der Strecke zu bewundern. Wir wünschen Toni und seiner Crew viel Erfolg bei den nächsten Renneinsätzen.

Toni Seiler Lola T70 MK II

Leider das Aus für Toni Seiler und seinen Lola T70 MK II. Ein Motorschaden verunmöglichte eine weitere Teilnahme

Es waren wieder 3 herrliche Tage auf dem Hockenheimring, perfektes Wetter, viele nette Leute und eine tolle Stimmung. Wir danken den Organisatoren und allen Helfern, die so einen Anlass möglich machen. Auch einen Dank an die Streckenposten, ohne die gäbe es keine Autorennen. Hier stellvertretend für alle, Silvia Maurer und Walter Gigli an ihrem Arbeitsort, dem Posten 56 in der Südkurve. DANKE und ‘see you next year’. Alle weiteren Infos und Ranglisten gibt es direkt auf der Website des Veranstalters 

Silvia Maurer und Walter Gigli, das Team vom Posten 56

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