Monza Historic 2019 by Peter Auto

Vom 20. bis 22. September 2019 fand im Autodromo Nazionale von Monza die Monza Historic statt, organisiert von Peter Auto. Peter Auto hat sich seit den 80er Jahren einen internationalen Ruf im Bereich von klassischen und auch modernen Autos erlangt und sich zu einem kompetenten Partner in diesem Bereich entwickelt. In über dreißig Jahren hat Patrick Peter zahlreiche Events für moderne und klassische Autos in Frankreich und im Ausland ins Leben gerufen, darunter das erste internationale Rennen auf dem chinesischen Festland (Zhuhai – 1994). Die erfolgreichsten Events sind die Tour Auto, die Le Mans Classic (alle 2 Jahre) und die Le Mans Series, die auch zur Langstrecken-Weltmeisterschaft zählt. Da ist also viel know-how vorhanden und das spürte man in Monza auch. Schon die rund 300 Fahrzeuge waren eine Augenweide. Wie es sich für einen Event dieser Grössenordnung in Italien gehört, dürfen klassische Ferrari nicht fehlen und die Liebhaber des Cavallino Rampante kamen denn auch wirklich auf ihre Kosten. Angefangen beim Ferrari 330 GTO des Schweizers Carlo Vögele, mehrere 250 GT SWB und ein 275 GTB/4. Auch sonst konnte man hochkarätige Fahrzeuge bewundern wie einige Porsche 904, 917, 718, dann zwei Bizzarrini 5300 GT, ein Maserati Tipo 61 usw. Interessant war auch der Ferrari 512 S, der damals als Antwort auf den Porsche 917 gebaut wurde. An der Monza Historic 2019 konnten diese beiden Ikonen des Rennsports im gleichen Feld wieder gegeneinander antreten.

Ferrari 512 S, Porsche 917K an der Monza Historic 2019
Monza Historic, Peter Auto, 20. bis 22. September 2019, Autodromo Nazionale Monza. Der Ferrari 512 S vor dem Porsche 917 K in der Gulf-Lackierung

Gestartet wurde in sieben verschiedenen Gruppen:

2.0L Cup
Classic Endurance Racing
Endurance Racing Legends
Group C Racing
Heritage Touring Cup
Sixties’ Endurance
The Greatest’s Trophy

Spannend war natürlich die Serie ‘The Greatest’s Trophy’, in welcher die oben beschriebenen Fahrzeuge starteten. Natürlich hat da jeder so seine Vorlieben und diesbezüglich bot die Monza Historic wirklich viel. Was allerdings komplett fehlte, waren Vorkriegsfahrzeuge. Das macht aber nichts, dafür gibt es zahlreiche andere Events, vor allem in England. Eine ebenfalls sehr interessante Serie war die ‘Group C Racing’. Hier sah man Sportprototypen, wie sie Ende der Achtziger und zu Beginn der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts starteten. Da waren die Jaguar XJR-9 und XJR-14 in der violetten Lackierung und der Aufschrift des britischen Zigarettenherstellers Silk Cut. Ebenfalls am Start war ein Sauber C11, mit dem einst Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen in der Saison 1990 starteten. Ein Highlight aus unserer Sicht war der Peugeot 905, ein Fahrzeug der zweiten Generation, dem Modell EV 1B, gefahren von Dominique Guénat. Peugeot feierte zu Beginn der Neunzigerjahre grosse Erfolge in Le Mans, so ging 1992 und 1993 der Gesamtsieg an Peugeot, 1993 gar mit einem Dreifachsieg. Diese Zeiten sind längst vorbei und bezüglich Peugeot und Rennsport ist es eher ruhig geworden. Im Rally-Sport ist man noch aktiv, aber sonst gibt es keine Engagements mehr.

Monza Historic, Peter Auto, 20. bis 22. September 2019, Autodromo Nazionale Monza. Der Peugeot 905 EV 1B aus dem Jahr 1993, mit dem 1993 in Le Mans einen Dreifachsieg erzielt wurde.

In der Folge stieg Peugeot in die Formel 1 ein als Motorenlieferant, zog sich aber per Ende der Saison 2000 aus dem F1-Motorsport zurück. Wohl eine kluge Entscheidung, denn in den letzten 20 Jahren ist die sogenannte Königsklasse des Motorsports doch arg in Verruf geraten. Aber bleiben wir in der Vergangenheit des Motorsports. Eigentlich ist das, was in Monza gezeigt wurde, auch moderner Motorsport, aber mit historischen Fahrzeugen. Wenn man der Pit Lane entlang geht und in die Boxen schaut stellt man schnell fest, dass da schon ein enormer Aufwand betrieben wird. Und wenn man sich den Platz hinter den Boxen anschaut, stehen dutzende modernster Renntransporter auf dem Gelände, die den Rennbetrieb sicherstellen. Schaut man auf die Kennzeichen, entdeckt man etliche Fahrzeuge aus der Schweiz. Tatsächlich hörte man neben Italienisch sehr häufig Schweizerdeutsch, auch bei den Besuchern. Monza ist natürlich nicht weit weg, von der Grenze in Chiasso ist man in 50 Minuten an der Strecke. Die Wetterprognosen waren auch gut, für den Freitag und Samstag war sommerliches Wetter angesagt und so war es denn auch. Am Sonntag waren die Temperaturen noch angenehm warm, allerdings zeigte sich die Sonne nicht und am späteren Nachmittag regnete es leicht. Aber nicht schlimm, allerdings wurde der Heritage Touring Cup dadurch eingebremst und das Tempo wurde deutlich langsamer. Schade, denn einige dieser Fahrzeuge vom Schlage eines Ford Capri, Ford Escort, BMW 635 CSi, BMW 3.0 CSL oder BMW M1 flammte beim Anbremsen auf die Prima Variante gewaltig, aber nur, als die Strecke noch trocken war.

Monza Historic, Peter Auto, 20. bis 22. September 2019, Autodromo Nazionale Monza. Imposante Flammen schossen aus dem Auspuff des BMW 3.0 SLC von 1975 beim Abbremsen vor der Prima Variante

Etliche Schweizer konnten an diesem Rennwochenende in Monza Erfolge feiern. Eine detaillierte Rangliste, auch mit Abschnittszeiten, kann man unter diesem Link nachlesen. Das Team von Toni Seiler aus Bonstetten war mit den beiden Lola T70 am Start. Das hellblaue Coupé wurde von Toni pilotiert, den roten Spyder fuhr Alfred Moser. Auch der Sohn von Toni Seiler, Mirco, war mit einer Chevrolet Corvette Z06 am Start. So war Schweizerdeutsch also keine Fremdsprache in Monza, auch wenn einige Schweizer Teilnehmer aus der Westschweiz kamen. Eine interessante Serie ist die Coppa GEKI Russo, wo Formel Junior und Formel 3 Fahrzeuge starten. Auch hier waren einige Schweizer vertreten, darunter Christoph Widmer, der die Seite www.f3historic.com betreibt. Christoph war mit einem weissen Brabham BT 18A von 1966 am Start und erzielte am Samstag den hervorragenden 3. Platz. Die Rennen dauerten von 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr, durch Verzögerungen wurde aber bis gegen 20.00 Uhr gefahren, was vor allem in der Boxengasse für eine spezielle Atmosphäre sorgt. Von dieser Gruppe wurden wir am Samstagabend im Fahrerlager auch spontan zu einem herrlichen Buffet eingeladen, ein paar Reifenstapel, eine Laderampe drauf und schon war das Abendessen bereit. Leute aus England, den USA, der Schweiz, Frankreich und Italien teilten die gemeinsame Passion des Historischen Motorsports. Das war wirklich sehr gelungen und die Stimmung hätte nicht besser sein können. Ebenfalls anwesend war Cica Lurani. Ihr Vater, Graf Johnny Lurani, hatte die Lurani Trophy 1958 ins Leben gerufen mit dem Ziel, eine Serie für Neueinsteiger zu schaffen, die italienischen Fahrern als Sprungbrett in die Formel 1 dienen sollte. Die Serie etablierte sich schnell und viele berühmte Fahrer wie Jim Clark, John Surtees, Denis Hulme, Jochen Rindt, Mike Hailwood und Mike Spence starteten ihre Karriere in der Lurani Trophy.

Monza Historic, Peter Auto, 20. bis 22. September 2019, Autodromo Nazionale Monza. Cica Lurani, die Tochter des Grafen Johnny Lurani, der 1958 die gleichnamige Rennserie ins Leben gerufen hatte.

Die Monza Historic war eine wirklich tolle Veranstaltung wo man Historischen Motorsport auf einem hohen Niveau miterleben konnte. Wenn man am Ende der Startgeraden kurz vor der Prima Variante, also der ersten Schikane, steht und das Feld der Gruppe C Sportprototypen mit rund 300 km/h angedonnert kommt, ist das nicht viel anders, als an der Ferrari Challenge letztes Jahr. Rund 30 Jahre liegen zwischen den Fahrzeugen. Einen grossen Unterschied gibt es aber, im Historischen Motorsport geht es doch gesitteter zu und her, denn am Finali Mondiali der Ferrari Challenge sah die Strecke nach der Durchfahrt der Fahrzeuge aus wie ein Schlachtfeld, übersät mit Trümmern und zerlegten Ferrari 488 Challenge. Weitere Informationen, die Start- und Ranglisten sowie Zeitpläne gibt es auf der Website von Peter Auto.

Video der Formel Junior und der Historischen Formel 3

Video der Classic Endurance, Race 1

 

 

 

6 Gedanken zu „Monza Historic 2019 by Peter Auto

  1. Hallo Linsen-Freaks,
    tolle Bilder aus Monza. Für mich endlich wieder mal eine geballte Ladung Ferrari. Wunderschöne Autos aus Maranello habt ihr da auf Celloloid verewigt. Viele schöne Bilder für mein Archiv. Auch die Auswahl der Typen in den vielen Rennfeldern war genial. Einmal Ferraristi immer Ferraristi! Habe die Fotos wieder mal aufgesogen wie die Muttermilch. Besten Dank für euer Engagement für uns Fans. Liebe Grüsse vom Berg.
    SQUADRA BIANCO AZZURRO, Roland Hufschmid, 6024 Hildisrieden

    • Hallo Roland

      Ja, Italien und Ferrari ist immer gut und schön, das gefällt auch uns. Bin gerade heute mit meinem 308 eine kleine Runde gefahren, macht einfach Spass. Übernächstes Wochenende fahren wir nach Mugello zum Finali Mondiali der Ferrari Challenge. Zwar keine Oldtimer, aber trotzdem ein spannender und eindrücklicher Event. Bis dann und Dir eine gute Woche.

      Herzliche Grüsse

      Fredi + Team DREAM-CARS.CH

  2. Hallo Ferdi,
    soeben habe ich eure Super-Action-Fotos der Monza-Historic genossen. Seit einiger Zeit habe ich diese Veranstaltung auch auf dem Schirm. Schön, wenn ihr dort wart. Das macht doch Appetit auf nächstes Jahr. Da will ich auch mal hin.

    Schöne Grüße aus der Ortenau

    Günther

    • Hallo Günther

      Schön, von Dir zu hören. Ja war ein super Event, sehr zu empfehlen. Ist halt richtiger Rennsport mit alten Autos. Als nächster Event steht bei uns das Jochpass Memorial in Bad Hindelang auf dem Programm, 11. – 13. Oktober. Letztes Jahr nicht so toll, jetzt mit neuen Leuten im OK hoffentlich wieder so wie früher. Dir noch einen schönen Abend und eine gute Woche.

      Herzliche Grüsse

      Fredi Vollenweider + Team DREAM-CARS.CH

      • Danke, Fredi, wünsche ich euch auch

        und freundliches herbstlich-warmes Wetter in Bad Hindelang.

        Im Zuge meiner diesjährigen Herbst-Italienreise werde ich auch wieder die Messe in Padua besuchen, die mir im letzten Jahr so gut gefallen hat. Danach reise ich weiter nach Rom, Florenz und Mailand.

        Schöne Grüße

        Günther

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