2017: Vernasca Silver Flag (IT)

Vom 16. bis 18. Juni 2017 fand wieder das bekannte und beliebte Bergrennen Vernasca Silver Flag statt. Wir haben den Event 2016 erstmals besucht und waren begeistert und der Entscheid, dieses Jahr wieder hinzufahren, war schnell gefällt. Wir fuhren am Donnerstagnachmittag los und konnten uns in aller Ruhe im Hotel einrichten und den Event von Anfang an verfolgen. Bei vielen Schweizern ist das Vernasca Silver Flag sehr beliebt und entsprechend viele Eidgenossen sind jeweils anwesend. Dieses Jahr allerdings zog es viele an den Nürburgring zum 90-Jahr-Jubiläum. Etliche Teilnehmer reisten bereits am Donnerstag an, denn am Freitag fand auf der nahegelegenen Teststrecke von Dallara, dem Autodromo Riccardo Paletti in Varano de Melegari, wie schon letztes Jahr ein Trackday statt. Wir blieben aber in Castell‘ Arquato, wo sich jeweils auch das Fahrerlager befindet. Es ist immer spannend, wenn die Teilnehmer ankommen und sich einrichten.

Vernasca Silver Flag 2017

Vernasca Silver Flag 2017, Startgelände und Fahrerlager 

Nach der Ausgabe der Startnummern fand am Freitagabend in Castell’Arquato das gemeinsame Nachtessen statt und dank des schönen Wetters konnte man das Essen natürlich unter freiem Himmel geniessen. Entgegen allen Befürchtungen hatte es nicht einmal Mücken im lauschigen Areal, wahrscheinlich war es denen zu heiss. Man konnte den Abend richtig geniessen, es gab weder Hektik noch Eile und man wusste, dass am Samstag erst um 10.30 Uhr Fahrerbesprechung war. Da verträgt es das eine oder andere Gläschen mehr ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ganz italienisch halt, Lebensfreude und Genuss haben einen hohen Stellenwert. Es wurde dann aber trotzdem irgendwann Samstagmorgen und die Freude auf den ersten Rennlauf war gross. Auch bei uns, konnte ich doch als Beifahrer im 1950er Ferrari 340 America von Louis Frey aus Muri die erste Fahrt geniessen.

Vernasca 2017 Ferrari 340 America

Vernasca Silver Flag 2017: Die Fahrt mit dem Ferrari 340 America von Louis Frey aus Muri war natürlich ein besonderes Erlebnis. Das 1950 gebaute Fahrzeug befindet sich noch im Originalzustand und hat einen Wert von mehreren Millionen Franken. Das Bild hat uns freundlicherweise Herr Günther Trautvetter aus Deutschland zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank. 

Leider gab es schon im ersten Lauf einen Zwischenfall, ein Lotus 23 fuhr gegen die Böschung. Das Fahrzeug wurde beschädigt und der Fahrer leicht an der Stirn verletzt. Auch die Beifahrerin erlitt leichte Prellungen von den Sicherheitsgurten. Ich konnte mit den Beiden am Sonntagabend sprechen und hatte so Gewissheit, dass sich die anfänglichen Gerüchte und Befürchtungen nicht bewahrheiteten. Sonst verlief der Event ohne Zwischenfälle, ausser einigen Ausfällen wegen technischer Probleme. Aber das gibt es an jeder Veranstaltung dieser Art. Der entstandene Unterbruch führte aber leider bedingt durch die Mittagspause zu einem Unterbruch, so dass die nachfolgenden Fahrzeuge unten in Castell‘ Arquato warten mussten und erst nach der Mittagspause fahren konnten. Auch unser ‚Schlachtplan‘ geriet dadurch etwas aus dem Konzept, denn durch die Mitfahrt hatten wir natürlich noch keine Bilder von der Strecke. Ela Lehmann blieb unten und konnte dann im zweiten Lauf bei Louis Frey mitfahren und wir beschlossen, erst am Sonntag an der Strecke zu fotografieren. Die Fahrzeuge, die am Samstagmorgen vor der Mittagpause starteten, konnten am Nachmittag nochmals fahren und hatten so ihre beiden Läufe. Für alle anderen blieb es leider am Samstag bei nur einem Lauf. Ich nutzte daher die Gelegenheit und fuhr den letzten Lauf bei Thomas Kunz im Studebaker Indianapolis von 1932 mit.

Vernasca Silver Flat Studebaker #46

Vernasca Silver Flag 2017: In den engen Kurven war der kleine Bugatti dem Studebaker Indianapolis überlegen, aber wirklich wegziehen konnte er auch nicht, das sieht man im Film deutlich 

Oben in Vernasca angekommen, werden alle Fahrzeuge auf dem Marktplatz mitten im Ort Vernasca aufgestellt und fahren dann geschlossen wieder hinunter zum Start. Am Samstagabend wurde dann traditionsgemäss das Nachtessen oben auf dem Hof der Zitadelle serviert, untermalt mit Live-Musik und zu späterer Stunde mit einem Feuerwerk. Auch diesen Abend konnte man ausgiebig geniessen und sich auf den kommenden Tag freuen. Am Sonntag fuhren wir dann vor der Streckensperrung an einen geeigneten Ort und parkten unser Fahrzeug. Da es nur wenige Parkmöglichkeiten gibt, braucht es gutes Schuhwerk, denn abseits der Strasse ist das Gelände schwierig. Im unteren Teil hat es eine langgezogene Rechtskurve mit einer dekorativen alten Steinmauer, im Hintergrund sieht man einen grossen Felsabbruch und einen Teil der Ortschaft Lugagnano Val d’Arda. Auch die Lichtverhältnisse waren ideal trotz Mittagssonne, denn der Start erfolgte auch am Sonntag erst um 11 Uhr.

Vernasca Silver Flag Jost Wildbolz

Vernasca Silver Flag 2017: Jost Wildbolz mit seinem Lotus Cortina MK I von 1964 

Am Sonntag wird jeweils nur ein Lauf ausgetragen und nachdem alle Fahrzeuge wieder oben in Vernasca angekommen sind gibt es auf der Burg oberhalb des Marktplatzes das Mittagessen und die Siegerehrung. Das geht zuweilen sehr lustig zu und her, auch dank viel Prominenz wie Arturo Merzario mit seinem charakteristischen Westernhut. Ebenfalls anwesend war Frau Anneliese Abarth, die Frau des 1979 verstorbenen Carlo Abarth. Am Vernasca Silver Flag sind immer viele Fahrzeuge aus dem Hause Abarth am Start.

Anneliese Abarth am Vernasca Silver Flag

Vernasca Silver Flag 2017: Anneliese Abarth, die Frau des 1979 verstorbenen Carlo Abarth

Der Event ging am späteren Sonntagnachmittag bei Traumwetter und Temperaturen um die 40 Grad zu Ende und von der Zitadelle aus konnte man beobachten, wie sich der Marktplatz unten im Dorf langsam leerte. Die Motoren hörte man noch lange und wir machten uns auch wieder auf den Weg nach Castell‘ Arquato ins Fahrerlager.

Vernasca Silver Flag 2017

Vernasca Silver Flag 2017. Der Marktplatz leert sich und es kehr Ruhe ein in Vernasca

Wir erlebten noch einen gemütlichen Abend in einem feinen Restaurant und reisten dann erst am Montag ab. Das 22. Vernasca Silver Flag war wieder eine grossartige Veranstaltung, tolle Leute, tolle Stimmung, eindrückliche Fahrzeuge, es passt einfach alles. Eine Zeitnahme erfolgt übrigens nicht, bei der Preisverteilung geht es um die Fahrzeuge, die Geschichte und Dinge, die nicht immer so ganz nachvollziehbar sind. Jedenfalls steht Arturo Merzario immer mehrmals vorne bei der Preisvergabe – aber das muss wohl so sein. Auch einige Schweizer durften wieder Preise entgegennehmen. Weitere Informationen über den Event gibt es beim Veranstalter. www.vernascasilverflag.it 

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Hier eine Auswahl an Bildern

2 Gedanken zu „2017: Vernasca Silver Flag (IT)

  1. Pingback: 2017: 22. Vernasca Silver Flag | http://www.dreamcar.ch

  2. Vor 3 Jahren erst hörte ich von der Veranstaltung und habe mir die Internetseite Vernasca Silver Flag angesehen. Ich glaubte, ich träumte, welch eine faszinierende Fahrzeugpalette.
    In diesem Jahr war ich da. Unglaublich, was da abgeht, knapp neun km Landstrasse, erst eben und straight, dann Ortsdurchfahrt und danach extrem kurvig bergan, meist im Renntempo. Wan sieht man einen Iso Grifo im Renntrimm oder überhaupt einen Serenissima? – oder, schluck, über 30 Abarths????
    Und am Sonntag, die Piazza von Vernasca, voll mit Preziosen!!!!
    Über 600 Fotos auf der Speicherkarte, zurück und jeden Morgen läuft der elektronische Bilderrahmen bei der Morgengymnastik.
    Also, alle Benzinblütler: Wer Castell`Arquato – Vernasca nicht gesehen hat, hat nicht wirklich gelebt

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