Arosa ClassicCar 2018 (CH)

Vom 30. August bis 2. September fand zum 14. Mal die Arosa ClassicCar statt, ein absoluter Top-Event in den Schweizer Bergen. Man kann sicher sagen, dass dieser mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Event zum Besten gehört, was die Oldtimer-Rennszene zu bieten hat. DREAM-CARS ist von Anfang an dabei, wir haben schon 2005 über die erste Ausgabe berichtet. Aber bleiben wir bei der aktuellen Austragung von 2018. Wie immer beginnt die Arosa ClassicCar am Donnerstagabend mit dem Corso von Arosa hinauf nach Innerarosa und zurück. Die letzten Jahre war das Wetter pünktlich zum Start um 18.00 Uhr eher trüb und oftmals nass und auch für die Ausgabe 2018 waren die Prognosen nicht gerade berauschend. Man war also gut beraten, warme Kleider und einen Regenschutz mitzunehmen, denn vor allem für den Freitag waren die Aussichten wirklich schlecht, Regen und maximal 10 Grad waren angesagt. Es gab ein paar Optimisten und Hoffnung darf man ja durchaus haben, aber sie wurden alle enttäuscht, der Freitag begann wie angekündigt nass. Natürlich nicht erfreulich für alle und nach diesem wirklich prächtigen Sommer hätte man sich auch für die Arosa ClassicCar 2018 Sonne gewünscht.

Mercedes 300 SL, Karl Wendlinger, Arosa ClassicCar

Arosa ClassicCar 2018 – Corso. Zweimal Mercedes 300 SL. Das eine Fahrzeug wurde vom ehemaligen Formel 1-Fahrer Karl Wendlinger gefahren

Offenbar hatten einige Fahrer noch immer Hoffnung auf besseres und vor allem  trockeners Wetter und verzichteten auf den ersten Trainingslauf am Freitagmorgen. Weil aber wie gesagt keine Besserung eintrat, musste dann aber am Nachmittag ein Trainingslauf absolviert werden, denn sonst wäre man nicht startberechtigt. Viele entschieden sich aber für nur einen Trainingslauf und so konnte man denn am Nachmittag doch deutlich reduzierte Rennfelder beobachten. Die Verhältnisse waren wirklich schwierig und die reinen Rennfahrzeuge hatten nicht nur Probleme mit der nassen Fahrbahn wie uns Thomas Amweg erklärte. Sein BMW Martini MK 50 03 braucht eine gewisse Drehzahl um optimal bewegt werden zu können und die zu geringen Geschwindigkeiten machten somit die Sache nicht einfach. Sein Können aber glichen diese Schwierigkeiten aus und Thomas ging als Tagessieger seiner Klasse ans Rennen am Samstag, wo die gleichen Bedingungen zu erwarten waren.

Thomas Amweg, Arosa ClassicCAr 2018 mit BMW Martini MK 50

Arosa ClassicCar 2018. Thomas Amweg erzielte mit dem BMW Martini MK 50 03 die beste Trainingszeit in seiner Klasse

Der Tag verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle, selbst ein Dreher von Urs Erbacher mit seiner starken Corvette im Zielbereich blieb ohne grosse Folgen und der erste Tag der Arosa ClassicCar konnte mit dem traditionellen Race-Diner auf dem Weisshorn beendet werden. Auf der Fahrt mit der Gondelbahn konnte man unmittelbar unterhalb der Mittelstation das Bärengehege sehen wo seit kurzem Bär Napa sein neues Zuhause hat. Er zeigte sich aber nicht, auch ihm war es wohl zu nass. Oben auf dem Weisshorn auf gut 2’600 Metern Meereshöhe schneite es dann, es wurde aber schnell dunkel und man musste dieses ‘Elend’ nicht weiter ansehen. Nach 22 Uhr war dann der Ausflug aufs Weisshorn zu Ende und man liess den Abend in einem der vielen Lokale in Arosa ausklingen. Der Samstag brachte dann wettermässig keine Überraschungen, wie schon am Freitag regnete es und auf diversen Streckenabschnitten zog teils dichter Nebel auf. Aus Sicht der Zuschauer und durch das Teleobjektiv sieht das allerdings schlimmer aus als es tatsächlich ist. Auf jeden Fall wurden trotz der eingeschränkten Sicht schnelle Zeiten gefahren und auch die vielen Renntaxis, die vor jedem Rennlauf mit einem Passagier die Strecke hochfuhren gaben richtig Gas. Dank der Profirennfahrer am Lenkrand wie u.a. Harald Demuth, Marcel Fässler und Marco Werner verliefen diese Fahrten aber absolut sicher und kontrolliert. Die Fahrten waren schnell ausgebucht.

Ein Audi R8 im Einsatz an der Arosa ClassicCar 2018 als Renntaxi. Für 180 Franken konnten diese Fahrten gebucht werden, sicher ein einmales Erlebnis

Ein Audi R8 im Einsatz an der Arosa ClassicCar 2018 als Renntaxi. Für 180 Franken konnten diese Fahrten gebucht werden, sicher ein einmaliges Erlebnis

Am Vormittag gab es schon bald erste Unterbrüche, die aber mit dem Event nichts zu tun hatten, eine Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden und ein leider tödlicher Unfall mit einem Jäger sorgte ebenfalls für einen längeren Unterbruch. Tragischerweise war der 21-jährige Mann der Bruder der Lebenspartnerin des OK-Präsidenten Markus Markwalder. Unser Beileid gilt der Familie und wir wünschen viel Kraft für die Zukunft. Da die Bergung des Verunfallten erst am Abend per Hubschrauber erfolgen konnte, wurde das Rennen nach der Mittagspause fortgesetzt. Der einzige Unterbruch, der direkt mit der Arosa ClassicCar zu tun hatte war das geplatzte Differential des Opel Manta A von Roland Brogli. Das auslaufende Oel verteilte sich auf der nassen Fahrbahn schnell über eine Länge von weit über 100 Metern. Da reichte der Oelbinder der Streckenposten nicht mehr aus, es musste ein Spezialreinigungsgerät von Chur angefordert werden, was zum Abbruch des Rennlaufs führte. Es war wirklich der Wurm – man könnte sogar sagen der Regenwurm – drin an diesem Samstag. Dank der absolut perfekten Organisation konnte der Tag aber trotzdem wie geplant zu Ende gehen.

Arosa ClaaaicCar 2018, erster Renntag, Samstag 1. September. Thomy Meier mit seinem Lancia Delta Integrale kämpft sich durch den Nebel

Arosa ClassicCar 2018, erster Renntag, Samstag 1. September. Thomy Meier mit seinem Lancia Delta Integrale kämpft sich durch den Nebel 

Das schlechte Wetter war dann am Samstagabend das Thema aber für den Sonntag durfte man doch eine Besserung erwarten, wenn auch nicht berauschend, aber immerhin trocken. Tatsächlich war morgens um 6 Uhr die Strasse zwar noch nass, aber es regnete nicht mehr und es konnte anfangs auf trockener Strecke gefahren werden. Das freute auch die Motorradfahrer, die sah man nämlich im Regen nicht auf der Strecke, das Risiko war zu hoch. Um die Mittagszeit zeigte sich ab und zu die Sonne und man war guter Hoffnung, mit einem schönen Sonntag für die verregneten Vortage entschädigt zu werden. Leider zu früh gefreut, am frühen Nachmittag setzte erneut Regen ein, der bis zum Abend anhielt. So musste dann auch die Siegerehrung vom Fahrerlager in die Eventhalle verlegt werden, was wir sehr begrüssten. Die Fahrzeuge an der Arosa ClassicCar sind in verschiedene Felder und Klassen eingeteilt. Die finale Rangliste sieht wie folgt aus, jeweils die Erstplatzierten sind:

REGULARITY Arosa Classic Trophy, Feld 1: Sieger Amadeo Gallo auf Alfa Romeo Giulia TI Super
REGULARITY Arosa Classic Trophy, Feld 2: Bart den Hartog auf Alfa Romeo GT 1300 Junior
REGULARITY Arosa Sport Trophy: Andreas Portmann auf Lancia Delta HF Integrale EVO
Rennen COMPETITION und COMPETITION Formula: Thomas Amweg auf BMW March MK 50 03
Rennen COMPETITION: Marcel Hayoz auf Lotus 23 B Prototype

Wir gratulieren den Siegern herzlich zu ihrem Erfolg bei diesen sehr schwierigen Bedingungen. Alle weiteren Platzierungen sowie die kompletten Ranglisten können direkt bei Arosa ClassicCar eingesehen werden.

Arosa ClassicCar 2018. Der strahlende Sieger Thomas Amweg, seit 2016 ungeschlagen an der Arosa ClassicCar. Gratulation Thomas.

Arosa ClassicCar 2018. Der strahlende Sieger Thomas Amweg, seit 2016 ungeschlagen an der Arosa ClassicCar. Gratulation Thomas zu diesem weiteren tollen Erfolg.

Die 14. Arosa ClassicCar ging mit fröhlichen Gesichtern zu Ende, auch wenn der tragische Tod des jungen Jägers und das Wetter auf die Stimmung drückten. Die perfekte Organisation trug dazu bei, dass auch unter schwierigsten Bedingungen ein nahezu reibungsloser Ablauf gewährleistet war. Über 400 Personen waren während des Events im Einsatz, etliche schon lange vor und sicher auch noch nach dem Event. Es waren tolle Tage in Arosa und man darf sich schon jetzt auf nächstes Jahr freuen, wenn die mittlerweile 15. Arosa ClassicCar vom 29. August bis 1. September wieder stattfinden wird. Wir möchten noch erwähnen, dass es noch von keinem Oldtimer-Rennsportanlass in der Schweiz soviele Austragungen gab wie von der Arosa ClassicCar. Dann liegt uns noch was am Herzen, das oftmals zu wenig wahrgenommen wird. Unter den über 400 Menschen, welche eine Arosa ClassicCar ermöglichen, waren weit über 100 Streckenposten, die während den drei Tagen von morgens früh bis zum Rennende am Abend an ihren Posten ausharrten. Ohne diese Freiwilligen gäbe es niemals einen Rennsportevent. Es ist auch eine grosse Herausforderung für das OK Team, genügend Personal für diese Aufgabe zu finden, so sind in Arosa denn auch ausgebildete Streckenposten aus Deutschland und Oesterreich anwesend. Wir sind am Sonntag extra früh morgens in die Eventhalle gefahren und haben Bilder gemacht vom Tagesbeginn um 06.00 Uhr. Es waren nicht nur nasse sondern auch lange Tage und bei aller Freude waren die meisten sicher froh, wenn es Sonntagabend war.

Arosa ClassicCar 2018 Weit über 100 Streckenposten waren während den 3 Tagen im Einsatz

Arosa ClassicCar 2018 Weit über 100 Streckenposten waren während den 3 Tagen im Einsatz. In der Galerie Menschen und Gesichter gibt es noch viele weitere Bilder.

Nochmals herzlichen Dank an alle und Gratulation an die Gewinner. Alle weiteren Informationen sowie die kompletten Ranglisten findet man unter www.arosaclassiccar.ch

Bildershop DREAM-CARS.CH

Arosa ClassicCar 2018 Corso

 

In dieser Galerie zeigen wir alle Bilder des Corsos vom Donnerstagabend.

Arosa ClassicCar 2018 Trainingsläufe

 

Am Freitag wurden Trainingsläufe gefahren, die Bilder zeigen wir in dieser Galerie

Arosa ClassicCar 2018 Wertungsläufe Samstag

 

Die ersten Wertungsläufe wurden am Samstagmorgen um 08.00h gestartet, hier sind die Bilder vom Samstag

Arosa ClassicCar 2018 Wertungsläufe Sonntag und Siegerehrung.

 

Die letzten beiden Wertungsläufe wurden am Sonntag gefahren. Hier die Bilder mit anschliessender Siegerehrung. Zudem sehen Sie hier die Audi-Renntaxis

Arosa ClassicCar 2018 - Corso, 30.08.2018, Startchef Walter Gigli

 

Natürlich gehören auch Menschen zu einem Event. Bilder, auch des Fahrerlagers, gibt es in dieser Galerie

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