Mille Miglia, 15. bis 18. Juni 2022, Start in Brescia

2022 wurde wieder eine reguläre Mille Miglia durchgeführt, wobei das regulär doch etwas unpassend ist. Einst war dieser Event ein wichtiges Rennen in Europa, das von 1927 bis 1957 durchgeführt wurde. Gefahren wurde auf öffentlichen Strassen, Unfälle waren häufig, deshalb war dann Schluss. Seit der Premiere 1927 gewannen fast ausschließlich Italiener auf einheimischen Marken wie Alfa Romeo, Lancia und Ferrari, aber auch Mercedes gewann 2 Rennen, 1931 mit Rudolf Caracciola und 1955 mit Stirling Moss. Moss startete am 1. Mai 1955 um 7:22 Uhr morgens mit der Startnummer 722 mit einem Mercedes-Benz 300 SLR und erreichte dank des ‘Gebetbuches’ seines Beifahrers, des Journalisten Denis Jenkinson, nach 10 Stunden 7 Minuten und 48 Sekunden das Ziel. Die dabei erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,62 km/h war die schnellste jemals auf dieser Strecke gefahrene – und das wie erwähnt auf öffentlichen nicht abgesperrter Strasse!. Moss und Jenkinson sind vor wenigen Jahren verstorben, ihr legendärer Rennwagen mit der roten Startnummer 722 sieht man noch immer an Events, wie auf diesem Bild der 1000 Miglia im Jahr 2015. Die Nummer ist übrigens die Startzeit, 07.22 Uhr. Die ‘Mille’ ist natürlich längst kein Rennen mehr, es geht vor allem um Kommerz. Es wird zwar noch immer schnell gefahren, aber Sieger wird das Team, welches die zahlreichen Sonderprüfungen am erfolgreichsten absolviert. Es ist aber auch ein gesellschaftlicher Anlass, sehen und gesehen werden, mit oder ohne Auto.

Besuch Mille Miglia Museum und Start der Mille Miglia in Brescia, 15. Mai 2022. Diesen 3 Damen scheint Eleganz wichtiger zu sein als Schnelligkeit.

Ela Lehmann besuchte vom 10. bis 12. Mai das Bergrennen Vernasca Silver Flag und machte auf der Rückreise einen Abstecher nach Brescia und fotografierte das Geschehen bei der Wagenabnahme und am Start auf der Viale Venezia. Da kommen jedes Jahr tausende Zuschauer, die links und rechts entlang der Strecke den Teams zujubeln. Man spürt die Freude und Begeisterung. Für die Fahrer und Beifahrer stehen allerdings 4 anstrengende Tage bevor. Auch wenn die 1000 Miglia kein Rennen mehr ist, eine geruhsame Ferienfahrt ist sie dennoch nicht. Vor dem Start wurde im Museo Mille Miglia in Brescia gefeiert, nämlich 100 Jahre OM 469 Sport. Officine Meccaniche (kurz OM für Società Anonima Officine Meccaniche) war ein italienischer Maschinen- und Fahrzeughersteller mit Sitz in Mailand. Ursprünglich als Schienenfahrzeughersteller gegründet, erweiterte OM die Produktpalette und baute Sportwagen, später auch Nutzfahrzeuge. Ein OM 665 Superba gewann denn auch die erste Mille Miglia 1927. Man ehrte also für einmal nicht eine Persönlichkeit sondern ein Auto. Der wunderschöne OM hat es auch verdient und er wurde sogar in einer neuen Briefmarke verewigt. Die Briefmarke wurde an diesem Tag erstmals herausgegeben. Selbstverständlich war auch der OM zugegen, er wurde von Ermanno de Angelis und Nunzia del Gaudio in den Hof des Museums gefahren. Ermanno und Nunzia betreiben die Plattform Adrenaline24h, die sich mit historischen Fahrzeugen befasst. 

Besuch Mille Miglia Museum und Start der 1000 Miglia in Brescia, 15. Mai 2022. Der wunderschöne OM 469 Sport trifft auf dem Museumsgelände in Brescia ein.

Für dieses Jahr gibt es von der Mille Miglia also nur Bilder vom Start. Den ersten Stopp gab es wie in den Jahren zuvor in Sirmione am Gardasee. Das detaillierte Programm und alle weiteren Informationen gibt es auf der Webseite des Veranstalters.

Die Bilder dieser Webseite können in der Originalauflösung, ohne Wasserzeichen, über unseren Shop bezogen werden, einfach unten auf das rote Logo klicken.Bildershop von DREAM-CARS.CH

3 Gedanken zu „Mille Miglia, 15. bis 18. Juni 2022, Start in Brescia

  1. Hallo Oldie-Knipser,
    auch wieder mal an der Mille Muglia. Es macht einfach nur Spass das alte Blech hier fahren zu sehen. Besonders der sehr patinierte, silberne Porsche ist eine Wucht. Gut dass er nicht überrestauriert wurde. Dem Auto sieht man das harte Leben auf der Strasse wirklich an. Er ist so ein Stück fahrendes Kulturgut. Die meisten Autos die hier an den Start gehen sind fast schon wieder Neuwagen und überrestauriert. Schön anzusehen aber haben eigentlich nichts mehr mit dem Originalauto zu tun, ausser der Chassis No.! Ein Trost bleibt uns Otto-Normalverbrauchern jedoch noch. Die heutigen Besitzer sind sich nicht zu schade, ihre teuren Preziosen noch wirklich auf der Strasse zu fahren. So können wir die Schmuckstücke von früher wenigstens noch sehen und auch hören! Auch die Fotos der Schönheiten erfreuen uns Fans so immer mal wieder. Danke für die tollen Bilder. Euer Fan,
    SQUADRA BIANCO AZZURRO, Roland Hufschmid, 6024 Hildisrieden.

    • Hallo Roland

      Danke für Deinen Kommentar. Genau so sehen wir das auch. Autos, auch teure und seltene, müssen gefahren werden, auch wenn das Risiko eines Schadens besteht. Das kann man aber immer wieder richten, auch wenn es im Geldbeutel schmerzt. Wir sind mittlerweile in Le Mans, ein Wahnsinn, was da abgeht. Mehr dazu in einigen Tagen. Bis dann und Euch ein schönes Wochenende.

      Herzliche Grüsse
      Fredi + Team DREAM-CARS.CH

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