13. Arosa ClassicCar 2017 (CH)

Bereits zum 13. Mal fand vom 31.08. bis 03.09.2017 die Arosa ClassicCar statt. Die allererste Durchführung vor 12 Jahren ist noch immer in bester Erinnerung und man realisiert, wie schnell die Zeit vergeht. Die Arosa ClassicCar darf sicher zum besten Anlass des Historischen Motorsports in der Schweiz angesehen werden, auch wenn z.B. in Ollon-Villars das Starterfeld doppelt so gross und auch internationaler ist. Dieser Event findet aber nur alle paar Jahre statt, die Arosa ClassicCar wird jedes Jahr mit einem enormen Aufwand durchgeführt. Fast wie am Grand Prix in Monaco müssen rund 2 Kilometer Leitplanken und Schutzgitter aufgebaut werden, um ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten. Wie wichtig diese Massnahmen sind erläutern wir später. Der Auftakt zur Arosa ClassicCar ist jeweils der Corso durchs Dorf, der am Donnerstag abends um 18 Uhr gestartet wird. Die Strasse ist gesäumt von den vielen Zuschauern, die den Fahrern zujubeln und applaudieren.

Corso Arosa Classic Car

Arosa ClassicCar 2017. Der Corso am Donnerstagabend ist der Auftakt zur Arosa ClassicCar 

Schon im Vorfeld gaben die Wetterprognosen Anlass zu Diskussionen und man musste sich auf eine nasse Veranstaltung einstellen. Der Donnerstag war noch trocken, jedenfalls der Nachmittag, aber kurz nach dem Start des Corsos liess Petrus die Oldtimerfreunde in Arosa leiden und im Regen stehen, er öffnete die Schleusen und die Prognosen wurden bestätigt. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, weder bei den Fahrern noch bei den Besuchern. Und in den Restaurants und Bars war es ja trocken und man konnte sich so richtig auf die kommenden 3 Tage einstimmen. Der Eröffnungsabend fand in der Eventhalle statt. Das OK informierte über den Ablauf und deklarierte die 13. Arosa ClassicCar als ‚wet race‘. Da stellte sich natürlich bei vielen Fahrern die Frage nach der Bereifung. Slicks, Semislicks oder gar Regenreifen? Die Entscheidung lag natürlich bei jedem Fahrer und manch einer dürfte gegrübelt haben, was denn die beste Lösung sein könnte. Man liess also den Freitag, den ersten Tag mit den Trainingsläufen, auf sich zukommen und entgegen den Vorhersagen war es trocken und es konnte bald auf trockener Strasse gefahren werden. Auch am frühen Nachmittag blieb der Regen aus und der zweite Trainingslauf konnte auch bei trockenen Bedingungen gestartet werden. Aber Petrus war unbarmherzig und nach 16 Uhr begann sich der Himmel zu verdunkeln und der befürchtete Regen setzte ein. Diese Verhältnisse forderten auch bald das erste Opfer, es traf den roten Lola T 70 Spyder von Toni Seiler, der zwischen Posten 9 und 10 einschlug und stark beschädigt wurde. Zwei Räder wurden abgerissen und Toni meinte: Sch….. in 3 Wochen müssen wir in Ungarn fahren. Da wird es wohl die eine oder andere Spätschicht geben, bis der wunderschöne Wagen, den wir letztes Jahr an unserem Stand an der Swiss Classic World zeigten, wieder rennbereit ist. Wichtig ist aber, dass keine Personen zu Schaden kamen.

Lola T 70 Spyder

Arosa ClassicCar 2017, Startfeld 4. Der Lola T 70 Spyder von Toni Seiler bei Posten 59 im ersten Trainingslauf

Die Verhältnisse wurden rasch sehr schwierig und der eine oder andere fuhr ‚wie auf Eiern‘. Die Gruppe mit den Motorrädern hatte natürlich noch viel mehr zu kämpfen mit den widrigen Bedingungen, auch deshalb, weil Teile der Strecke frisch asphaltiert wurden und es wie auf Schmierseife zu fahren war. So sah man die Motorräder leider nur sehr selten auf der Strecke an der Arosa ClassicCar 2017.

Arosa ClassicCar 2017 Motorräder

Arosa ClassicCar 2017, Motorräder. Keine guten Bedingungen für die Motorradfahrer – Vorsicht war geboten.

4 Räder sind bei solchen Verhältnissen natürlich besser als 2, aber viele Fahrer von Autos klagten über fehlenden Grip, was natürlich auch mit den tiefen Temperaturen von 3 – 4 Grad zu erklären war. Vor allem potente Rennwagen modernerer Bauart sind da besonders betroffen. Die Reifen brauchen eine gewisse Temperatur um optimalen Grip aufbauen zu können. Die Fahrer in den Gleichmässigkeitsläufen können ihr Tempo entsprechend anpassen, fährt man hingegen in der Competition-Klasse, will man ja schon eine gute Zeit herausfahren. Für uns Fotografen sind diese Aspekte nicht so wichtig, für uns zählt, so lange wie möglich so trocken zu bleiben, dass noch gute Bilder gemacht werden können. Und Regenbilder sind natürlich besonders spektakulär, besonders bei den Fahrzeugen ohne Kotflügel, denn dann entstehen hochschiessende Fontänen, wie beim Maserati 250 F von 1956 von Georg Kaufmann.

Maserati 250 F 1956

Der Maserati 250 F 1956 von Georg Kaufmann an der Arosa ClassicCar 2017

An Rennveranstaltungen sind leider immer wieder Crash’s zu beklagen, so auch dieses Jahr. Wie schon erwähnt, hat es den Lola T 70 Spyder von Toni Seiler übel erwischt und an einigen anderen Fahrzeugen werden in den nächsten Tagen und Wochen grössere Reparaturen nötig sein. Am Sonntag war das Wetter anfänglich noch regnerisch, am Nachmittag zeigte sich aber die Sonne und es wurde auch wieder wärmer. Allerdings verlief das Rennen schleppend und war gezeichnet von vielen Unterbrüchen mit teilweise längeren Wartezeiten. Am späteren Nachmittag dann prallte ein Alfa Romeo im Zielbereich gegen die Leitplanken und überschlug sich in der Folge. Es war die Rede von verletzten Zuschauern, darunter auch Kinder. Schnell stellte sich aber heraus, dass niemand wirklich verletzt wurde und nach der ärztlichen Kontrolle vor Ort keine weiteren Massnahmen notwendig waren. Hier zeigt sich wieder einmal die perfekte Streckensicherung mit den Leitplanken und Schutzgittern als sehr effizient. Die Rennleitung entschied nach diesem Zwischenfall richtigerweise, das Rennen abzubrechen. Noch etwa 15 Fahrzeuge waren am Start und bei Posten 29 und warteten auf weitere Anweisungen. Gegen 17.30 Uhr konnten diese Teilnehmer dann weiterfahren, aber ohne Wertung, denn der gesamte 4. Lauf vom Sonntagnachmittag wurde nicht gewertet. Ein sehr guter Entscheid von Rennleiter Ueli Schneiter.

Arosa ClassicCar 2017

Arosa ClassicCar 2017. Wartende Teilnehmer bei Posten 29 

So fand die 13. Arosa ClassicCar 2017 doch noch ein gutes Ende und wird in Erinnerung bleiben als sehr nass und kalt. Übrigens nicht ungewöhnlich um diese Jahreszeit auf knapp 1’800 Metern Meereshöhe. Schon früher war es sehr nass und kalt, wie 2007, wo es keine einzige Minute Sonnenschein gab. Auch für die Kameraausrüstung eine Belastung, bei zu nasser Witterung und ungenügenden Schutzmassnahmen kommt schnell das Aus und dann ist Trocknen angesagt. Auch das war aber kein Problem und so konnten auch wir bis zur Siegerehrung unserer Arbeit nachgehen. Für uns ist immer wichtig, an solchen Events vom Anfang bis zum Ende dabei zu sein, denn nur so kann kompetent und detailliert berichtet werden. Und an einem richtigen Rennen mit Zeitmessung, was die Arosa ClassicCar ja ist, gibt es zum Schluss eine Siegerehrung, die ebenfalls dokumentiert sein will. Die Details zu den einzelnen Klassen und Platzierungen gibt es direkt bei Arosa ClassicCar. Die Gesamtwertung ging wie schon letztes Jahr an Thomas Amweg, den Sohn von Bergkönig Fredy Amweg.

Arosa ClassicCar 2017, Thomas Amweg, Bruno Staub, Roger Moser

Arosa ClassicCar 2017. Die 3 besten Fahrer der Competition-Klasse. 1. Platz Thomas Amweg, 2. Platz Bruno Staub (links) und der 3. Platz für den ortsansässigen Roger Moser 

Es war wieder ein sehr schöner Event, perfekt organisiert und wir möchten einmal mehr erwähnen, dass ohne Sponsoren, vielen freiwilligen Helfern, Streckenposten, alleine 70 vom Salzburgring, Caterern und allen anderen Beteiligten, eine solche Veranstaltung niemals möglich wäre. Die 7,3 km lange Strecke mit 76 Kurven so zu sichern, dass ein Höchstmass an Sicherheit gewährleistet ist, bedeutet jedes Jahr vor und nach dem Rennen eine Woche lang Arbeit. Bei schlechtem Wetter kommen zusätzliche Aufgaben auf die Helfer zu, wie beispielsweise das Absaugen des Wassers im Fahrerlager. Das geschah jeweils abends und früh morgens. Tagsüber konnten diese Arbeiten nicht ausgeführt werden und im Fahrerlager heisst es bei anhaltenden Niederschlägen dann bald ‚Land unter‘. Das gibt dann dafür schöne Schnappschüsse, wie der ‚doppelte Lola T 70‘ von Toni Seiler. Trotz der nassen Witterung hat es allen wieder viel Spass gemacht und man kann sich schon wieder auf die Arosa ClassicCar 2018 freuen. Diese findet statt vom 30. August bis zum 2. September. Alle weiteren Informationen gibt es direkt beim Veranstalter Arosa ClassicCar.

Arosa ClassicCar 2017, Lola T 70

Arosa ClassicCar 2017. Lola T 70 im Fahrerlager

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Galerie 1, Trainings- und Rennläufe

 

Galerie 2, Corso, Fahrerlager, Dorfgruppe und Diverses

 

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